Fast 9000 Gespräche, 7,8 Tonnen Informationsmaterial und ein voll besetzter Messestand: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zieht eine spürbar zufriedene Bilanz nach der Interschutz 2026 in Hannover. Vom 1. bis 6. Juni präsentierte sich die Behörde auf der Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz als zentraler Akteur einer Sicherheitsarchitektur, die in den vergangenen Jahren deutlich an politischem Gewicht gewonnen hat.
Dass das Thema längst aus der Nische gerückt ist, machte schon der Eröffnungstag deutlich. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt stattete dem BBK-Stand einen Besuch ab und unterstrich bei der offiziellen Messeeröffnung, dass die Stärkung des Bevölkerungsschutzes auf Jahre hinaus eine zentrale Aufgabe bleiben werde. Welche Dimension dahintersteht, lässt sich in einer Zahl bündeln: zehn Milliarden Euro will der Bund im Rahmen des Paktes für den Bevölkerungsschutz in Ausbildung, Ausstattung und tragfähige Strukturen über alle föderalen Ebenen hinweg investieren.
BBK-Präsidentin Grit Tüngler ordnet diesen politischen Rückenwind in einen größeren Zusammenhang ein. „Die Interschutz 2026 hat eindrucksvoll belegt, dass die Bevölkerungsschutz-Community in Deutschland und Europa die gestiegenen Anforderungen gemeinsam annimmt und hierbei die Bevölkerung eng einbezieht“, sagte sie zum Abschluss der Messewoche. Besonders erfreulich sei das Interesse internationaler Delegationen und politischer Gäste gewesen. Tüngler betonte zugleich, dass die Umsetzung des Paktes ohne die enge Zusammenarbeit mit den ehren- und hauptamtlichen Einsatzkräften von Feuerwehren, THW und Hilfsorganisationen nicht denkbar sei.

Der Messeauftritt selbst hatte die Dimensionen eines kleinen Großeinsatzes. Auf mehr als 600 Quadratmetern im Innenbereich und knapp 700 Quadratmetern im Freigelände zeigte die Behörde moderne Ausstattung und Konzepte. Zeitweise waren bis zu 80 Mitarbeitende parallel im Einsatz, berieten Kommunen und Krisenstäbe, hielten zwölf Fachvorträge und beantworteten Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. An den beiden Ständen registrierte das BBK fast 9000 Gespräche – ein Indikator dafür, wie groß das Informationsbedürfnis quer durch alle Zielgruppen geworden ist.
Entsprechend bunt fiel das Publikum aus. Neben Fachleuten aus Einsatzorganisationen, Ehrenamtlichen und Medienschaffenden suchten auch Politikerinnen und Politiker, Wirtschaftsvertretende sowie Abordnungen aus Kommunen und Ländern das Gespräch. International reisten Partnerbehörden aus Polen, Frankreich, Rumänien, Schweden und der Republik Moldau an – ein Hinweis darauf, dass Krisenvorsorge zunehmend europäisch gedacht wird.
In der Kernbotschaft, die das BBK aus Hannover mitnimmt, klingt die Verbindung von Technik und Mensch durch. Ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz, so der Tenor, lebe von moderner Ausstattung, konsequenter Vorbereitung und einer widerstandsfähigen Gesellschaft. Sein Rückgrat aber blieben die ehren- und hauptamtlichen Einsatzkräfte, die im Ernstfall ausrücken.
Für die Bonner Bundesoberbehörde, die seit 2004 besteht und an fünf Standorten rund 800 Mitarbeitende beschäftigt, ist die Messebilanz auch ein politisches Signal. Seit dem 1. April 2026 steht Grit Tüngler an der Spitze des Hauses, das den zivilen Bevölkerungsschutz neben Polizei, Bundeswehr und Nachrichtendiensten als vierte Säule im nationalen Sicherheitssystem etablieren soll. Die Resonanz in Hannover deutet darauf hin, dass dieser Anspruch in der Branche längst angekommen ist.





















