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In Berlin wächst der Druck auf die Bundesregierung, beim Thema Heizen und Sanieren endlich Tempo zu machen. Ein breites Bündnis von 14 Verbänden fordert, die geplante Weiterentwicklung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zu einem umfassenden Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) zügig auf den Weg zu bringen – mit klaren Regeln, die sich im Alltag bewähren und finanzierbar bleiben.

In ihrem gemeinsamen Appell vom 23. Januar 2026 warnen die Verbände vor weiteren Verzögerungen. Unklare Vorgaben schadeten Kommunen, Unternehmen und privaten Eigentümern gleichermaßen, heißt es. Gefordert wird ein verständliches, technologieoffenes und investitionsfreundliches Gesetz, das den Umbau hin zu einem klimaneutralen Gebäudebestand verlässlich absichert. Die Bundesregierung solle dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen klar, praxistauglich und bezahlbar ausgestaltet werden.

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Kritik üben die Unterzeichner an der bisherigen Ausgestaltung des Gebäudeenergiegesetzes. Das bestehende GEG enthalte zu viele kleinteilige und teils praxisferne Regelungen. Vor allem die Anforderungen an Heizungsanlagen gingen nach Einschätzung der Verbände an der Lebensrealität vieler Gebäudeeigentümer vorbei und blendeten wichtige systemische Zusammenhänge der Wärmeversorgung aus. Die anstehende Reform müsse daher Vereinfachung, Praxistauglichkeit und Effizienz in den Mittelpunkt stellen, bürokratische Hürden abbauen und für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen.

Positiv bewerten die Verbände die im Gesetz verankerte 65-Prozent-Anforderung für erneuerbare Energien. Diese Vorgabe sei geeignet, den schnellen Ausbau der Erneuerbaren im Wärmesektor weiter zu unterstützen und damit das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands zu erreichen. Alternative Modelle, etwa Regelungen, die direkt an CO2-Minderungen anknüpfen, müssten sich nach Ansicht des Bündnisses an der Wirksamkeit dieser 65-Prozent-Vorgabe messen lassen.

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Zugleich sprechen sich die Organisationen für mehr Flexibilität bei Energieträgern, Heiztechnologien und Effizienzmaßnahmen aus. Innovative Ansätze wie Quartierslösungen sollten gezielt gestärkt werden. Eine zentrale Rolle messen die Verbände der kommunalen Wärmeplanung bei: Sie biete Orientierung für Investitionsentscheidungen vor Ort und könne so helfen, Fehlinvestitionen zu vermeiden. Als entscheidend für Akzeptanz, Umsetzung und wirtschaftliche Tragfähigkeit der Wärmewende wird ein verlässlicher Förderrahmen bezeichnet.

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Das Bündnis macht deutlich, dass es den politischen Prozess aktiv begleiten will. Die Verbände betonen, sie stünden bereit, ihr Praxiswissen in die Ausarbeitung des Gebäudemodernisierungsgesetzes einzubringen. Ziel sei eine Umsetzung der Wärmewende, die effizient, kosteneffektiv und sozial ausgewogen erfolgt. Der gemeinsame Verbände-Appell bildet dafür die Grundlage und richtet sich mit der klaren Erwartung an die Bundesregierung, die Reform des GEG zum GMG entschlossen voranzutreiben.

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