Ministerpräsident Tobias Hans (2. v. rechts) besucht die Kükenkoje e.V. an der Kinderklinik des UKS. Empfangen wurde er von Dr. Kathrin Müller, 1. Vorsitzende des Fördervereins, und Prof. Dr. Michael Zemlin, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie des UKS und stellvertretender Ärztlicher Direktor des UKS (3. v. rechts) sowie von Wolfgang Klein, Pflegedirektor, Ulrich Kerle, Kaufmännischer Direktor, und Prof. Dr. Michael Menger, Dekan der Medizinischen Fakultät. - Foto: Ruffing/UKS

Vor einigen Tagen besuchte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans das Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg. Bei seinem Besuch auf den Stationen KK01 und KK02 der Kinderklinik konnte er sich ein umfassendes Bild von der Kükenkoje – Förderverein für Frühgeborene und kranke Neugeborene Homburg e.V. machen und mit betroffenen Familien sprechen. Im Anschluss luden ihn Dr. Kathrin Müller und Lisa Eder, die beiden Vorsitzenden der Kükenkoje, auf ein Eis im Außenbereich vor der Kinderklinik ein.

Ministerpräsident Tobias Hans: „Das Engagement der Beschäftigten in der Kükenkoje in Homburg ist bemerkenswert. Man sieht die kleinen Frühchen in ihren Inkubatoren und ist zunächst erschrocken von der vielen Technik, die sie umgibt – Kabel, Kanülen, Schläuche, Apparaturen – kleine Wesen im Kampf um ihr Leben. Neben umfassender intensivmedizinischer und pflegerischer Versorgung, erhalten die Neugeborenen die nötige Zuwendung und Nähe, die sie benötigen, um ihren Kampf zu gewinnen. Die Eltern erhalten in dieser schwierigen Lebensphase Unterstützung, Beistand und jegliche Hilfe. Für die Familien mit ihren Frühchen und kranken Neugeborenen sind Menschen, die sie in dieser ersten schwierigen Zeit professionell unterstützen, ihnen Liebe und Obhut entgegenbringen und die diesen steinigen Weg mit ihnen gemeinsam gehen, von unschätzbarem Wert.

Mein Dank gilt insbesondere Frau Dr. Kathrin Müller und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern, die mit ihrer Arbeit und ihren Ideen die Versorgung der Familien gewährleisten. Auch möchte ich mich bei Prof. Dr. Michael Zemlin für die heutige Einladung und die Eindrücke bedanken. Wir können uns wahrlich glücklich schätzen, dass wir am Universitätsklinikum des Saarlandes ein Perinatalzentrum Level 1 haben. Eine weitere Auszeichnung für den Medizinstandort Saar.“

Im Perinatalzentrum des UKS, dem größten Level-1-Zentrum der Region im Umkreis von 100 Kilometern, werden jährlich um die 1.700 Kinder geboren, darunter sind in der Regel rund 50 Zwillingsgeburten (in 2019 und 2020 auch jeweils eine Drillingsgeburt).

Gesprächsrunde im Foyer vor dem Hörsaal der Kinderklinik des UKS. Ministerpräsident Tobias Hans tauscht sich mit Dr. Kathrin Müller und Lisa Eder, den Vorsitzenden der Kükenkoje e.V. und dem Vorstand des UKS aus. (links im Bild): Prof. Dr. Michael Zemlin, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie und stellvertretender Ärztlicher Direktor des UKS. – Foto: Kleinschmidt/Staatskanzlei:

Neben den gesunden Neugeborenen werden im Perinatalzentrum in Homburg jährlich auch rund 400 Früh- und kranke Neugeborene behandelt, darunter ca. 80 Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm. Das Level­1­Zentrum des UKS ist spezialisiert auf Schwangere mit erwarteten Frühgeborenen von einem geschätzten Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm, mit einer Schwangerschaft, bei der die 29. Schwangerschaftswoche noch nicht vollendet ist oder auf Mehrlingsschwangerschaften. Auch Schwangere mit allen vorgeburtlich diagnostizierten kindlichen oder mütterlichen Erkrankungen, bei denen nach der Geburt eine unmittelbare spezialisierte intensivmedizinische Versorgung des Neugeborenen oder der Mutter absehbar ist, werden hier betreut.

Über die umfassende intensivmedizinische und pflegerische Versorgung hinaus brauchen die kleinen Patientinnen und Patienten bei ihrem Start ins Leben ganz viel Zuwendung und Nähe; die Eltern benötigen Unterstützung und Beistand in dieser schwierigen Lebensphase.

„Jedes Neugeborene braucht Liebe, Schutz und Aufmerksamkeit. Frühgeborene und kranke Neugeborene brauchen ganz besonders viel Obhut und Zuwendung. Deshalb gibt es die Kükenkoje“, erklärt Dr. Kathrin Müller, 1. Vorsitzende des eingetragenen Vereins. Dr. Müller ist promovierte Pädagogin im Bereich der Medizin (Dr. biol. hom.) und Mitarbeiterin des psychosozialen Teams der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie des UKS. Gemeinsam mit Kolleginnen aus der Pflege und Ärzteschaft sowie mit betroffenen Eltern hat sie 2019 den Förderverein Kükenkoje e.V. ins Leben gerufen.

Auf ein Eis mit der Kükenkoje e.V.: Die beiden Vorsitzenden des Fördervereins Dr. Kathrin Müller, Psychosozialer Dienst (links), und Kinderkrankenschwester Lisa Eder (2. v. links) ließen für den besonderen Besuch Eiscreme in den Farben der Kükenkoje anfertigen: Pfirsich mit Basilikum. Kreiert und gespendet wurde die Komposition von Charlottes Eismanufaktur. Der Eis-Verköstigung wohnten auch Prof. Dr. Michael Zemlin, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie und stellvertretender Ärztlicher Direktor des UKS, und Prof. Dr. Michael Menger, Dekan der Medizinischen Fakultät, bei. – Foto: Kleinschmidt/Staatskanzlei

„Wenn die Schwangerschaft abrupt mit einer zu frühen Geburt endet oder das Kind krank geboren wird, kommt dies für die Familie fast einer Katastrophe gleich. Wir wollen die Eltern in dieser schwierigen Situation auffangen, sie beraten und unterstützen, indem wir ihnen auf unserer Station den Kontakt zum Frühchen in einer angenehmen Atmosphäre ermöglichen. Manche Kleinen werden über mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate, bei uns betreut. Für die Eltern wird unsere Station wie ein zweites Zuhause, wir gehen gemeinsam mit ihnen diesen ersten schwierigen Weg und unterstützen, wo wir können“, beschreibt Dr. Müller ihr Anliegen.

„Frau Dr. Müller und Frau Eder leisten mit ihrem Kükenkoje-Team eine wirklich großartige Arbeit im Interesse unserer kleinen Patienten und ihrer Angehörigen. Für die kleinen Patienten, deren Familien und für das Personal ist es eine Win-win-win-Situation, wenn durch die Anschaffung von Sonderausstattung, die Unterstützung von entwicklungsfördernder Pflege und viele andere Förderprojekte neben den modernsten medizinischen Möglichkeiten eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen wird, von der alle profitieren“, lobt Prof. Michael Zemlin, Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) das Engagement seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Kükenkoje konzentriert sich neben pflegerischen Tätigkeiten besonders auf die psychosoziale Arbeit auf den Stationen. „Wir wollen den Allerkleinsten den Start ins Leben so angenehm wie möglich gestalten und den Familien mit Rat und Tat zur Seite stehen“, erklärt Lisa Eder, Kinderkrankenschwester am UKS und stellvertretende Vorsitzende der Kükenkoje. „Wir haben beispielsweise aus den ersten Spendengeldern große weiche Still- und Liegekissen und bequeme Liegestühle zum Kuscheln und Stillen angeschafft, auf denen die Mütter aber auch die Väter mit ihren Neugeborenen „känguruhen“ können. Der enge Körperkontakt beruhigt die Kleinen, fördert ihre Entwicklung und die Bindung an die Eltern.“

Jenny Nguyen, betroffene Mutter und Schatzmeisterin des Vereins, erklärt ihr Engagement: „Unsere Tochter ist hier im Universitätsklinikum als Frühchen zur Welt gekommen. Wir waren mit ihr sehr lange in der Kinderklinik und haben gemerkt, dass es an der ein oder anderen Stelle Bedarf für Verbesserungen gibt. Deshalb habe ich beschlossen, mich in der Kükenkoje ehrenamtlich zu engagieren. Für mich ist der Verein eine Herzensangelegenheit, ich möchte gerne Eltern helfen, denen es ähnlich geht, ihnen Mut machen und sie unterstützen.“

Mehr Infos:

Die Kükenkoje – Förderverein für Frühgeborene und kranke Neugeborene e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die Aufenthalts- und Lebensqualität der kleinen Patienten zu verbessern und die Zeit auf Station für die gesamte Familie angenehmer zu gestalten und darüber hinaus die Betreuung nach der Entlassung mittels sozialmedizinischer Nachsorge zu verbessern.

Eine wichtige Tätigkeit ist die entsprechende Aufklärungs- und Informationsarbeit für werdende Eltern sowie für die Öffentlichkeit. Zudem fördert der Verein praktische Projekte wie „Kleidung für die Kleinsten“, aber auch Forschungsprojekte zum Wohl von Früh- und kranken Neugeborenen und aktuell den Aufbau einer Frauenmilchbank am UKS.

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