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Werdende Eltern in Saarbrücken bekommen ab Sommer 2026 eine neue Option für die Geburt: Das Klinikum auf dem Winterberg richtet einen hebammengeleiteten Kreißsaal ein, in dem Frauen mit unkomplizierten Schwangerschaften ohne routinemäßige ärztliche Eingriffe entbinden können. Damit ergänzt die Bindungsklinik ihr bestehendes Angebot um ein Modell, das die Atmosphäre eines Geburtshauses mit der Absicherung eines Maximalversorgers verbindet. Anmeldungen nimmt die Gynäkologie-Ambulanz ab dem 23. April entgegen – Voraussetzung ist, dass die Schwangerschaft mindestens die 15. Woche erreicht hat.

Das Konzept stammt ursprünglich von der Hebammenpraxis Zauberhaft aus St. Wendel und wird nun in die bestehenden Strukturen der Frauenklinik integriert. Im Kern geht es darum, Gebärenden eine durchgehende Eins-zu-eins-Betreuung durch erfahrene Hebammen zu ermöglichen, ohne dass medizinische Routineeingriffe den natürlichen Geburtsverlauf unterbrechen. Die Bedürfnisse der werdenden Mutter und ihres Partners stehen dabei konsequent im Mittelpunkt. Für das neue Angebot werden eigene Räumlichkeiten geschaffen, die Bauarbeiten starten in den kommenden Tagen.

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Dass hinter der bewusst ruhigen Atmosphäre ein engmaschiges Sicherheitsnetz steht, betont das Klinikum ausdrücklich. Als Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe Level 1 kann jederzeit ein Ärzteteam hinzugezogen werden, sollte es während der Geburt zu unerwarteten Komplikationen kommen. Die Leitende Hebamme Sybille Hartung sieht darin genau die Stärke des neuen Modells: „Es ergänzt das Angebot, das wir jetzt schon hier auf dem Winterberg haben, optimal und bietet für jede Frau die individuell gewünschten Rahmenbedingungen für ihre Geburt“, sagt sie. Auch das seit Jahren etablierte Babyfreundlich-Zertifikat mit seinem Bonding-Konzept bleibt fester Bestandteil der Betreuung.

Der Wunsch nach einer solchen Alternative ist offenbar groß. Das Hebammenteam auf dem Winterberg beobachtet seit Längerem einen klaren Trend: „Viele Schwangere wünschen sich eine Geburt, die selbstbestimmt, ruhig und möglichst natürlich verläuft und dennoch die Sicherheit einer Klinikgeburt vermittelt.“ Die Geburtenzahlen der Frauenklinik sind in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen, was das Klinikum auf die individuelle Betreuung und das starke Team vor Ort zurückführt. Der hebammengeleitete Kreißsaal soll diesen Weg konsequent fortsetzen.

Nicht jede Schwangere kommt allerdings für das neue Angebot infrage. Voraussetzung ist eine gesunde, risikoarme Schwangerschaft ohne relevante Vorerkrankungen. Ausgeschlossen sind unter anderem Mehrlingsschwangerschaften, insulinpflichtiger Diabetes, Beckenend- oder Querlagen, Präeklampsie sowie Fälle, in denen eine Geburtseinleitung nötig wird oder ein überdurchschnittlich hohes Geburtsgewicht erwartet wird. Auch ein BMI unter 35 gilt als Ausschlusskriterium. Die Geburt selbst muss zwischen der 38. und der 43. Schwangerschaftswoche stattfinden.

Der Weg in den hebammengeleiteten Kreißsaal führt über mehrere Gespräche. Ein erstes Kennenlernen sollte spätestens zwischen der 24. und 26. Schwangerschaftswoche stattfinden, gefolgt von einer Erstvorstellung im Klinikum. Ab der 35. Woche folgt dann ein zweites Gespräch, bei dem die Hebamme gemeinsam mit der werdenden Mutter und dem Vater die konkreten Wünsche und Vorstellungen für die Geburt bespricht. Wer sich anmelden möchte, erreicht die Gynäkologie-Ambulanz ab dem 23. April unter der Telefonnummer 0681 963 2232.

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Mit dem neuen Kreißsaal positioniert sich das kommunale Klinikum Saarbrücken, das mit 600 Betten und mehr als 2.700 Beschäftigten zu den großen Maximalversorgern im Südwesten Deutschlands zählt, noch stärker als Anlaufstelle für Familien in der Großregion. Dass die Erweiterung nicht nur ein Versprechen auf dem Papier bleibt, zeigen die bereits anlaufenden Umbauarbeiten – bis zum Sommer sollen die neuen Räume bezugsfertig sein.

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