Beim geförderten Wohnraum für junge Menschen steht das Saarland in der bundesweiten Spitze. Gemessen an Einwohner- und Studierendenzahl hat 2025 kein anderes Bundesland so viele Wohnheimplätze für Studierende und Auszubildende gefördert wie das kleinste Flächenland der Republik. Das belegen die jüngsten Förderergebnisse des Bundes zum Sozialen Wohnungsbau, wonach allein 387 neue Wohnheimplätze bewilligt wurden.
Innen- und Bauminister Reinhold Jost wertet das als Bestätigung eines Kurswechsels. „Wir haben den sozialen Wohnungsbau im Saarland wieder in Bewegung gebracht“, erklärt er. Seit 2022 habe das Land sein Fördervolumen mehr als verzwanzigfacht – auf über 52 Millionen Euro im Jahr 2025. Und damit soll noch nicht Schluss sein: Bereits Ende September 2026 habe das Land Förderbescheide über mehr als 65 Millionen Euro ausgestellt.
Unterm Strich flossen im vergangenen Jahr Fördermittel in insgesamt 553 Wohneinheiten. Neben den Wohnheimplätzen zählen dazu 164 Mietwohnungen, von denen 155 neu gebaut werden. Für sämtliche geförderten Objekte gelten langfristige Miet- und Belegungsbindungen zwischen 20 und 30 Jahren – ein Instrument, das bezahlbaren Wohnraum über Jahrzehnte hinweg sichern soll.
Dass der Weg trotz der guten Zahlen noch nicht zu Ende ist, räumt Jost selbst ein. „Wir sind noch nicht am Ziel. Aber die Richtung stimmt“, sagt der Minister und verweist auf mehr als 2.400 Wohnungen, die derzeit in Bau oder Planung sind. Mit verlässlicher Förderung und vereinfachten Verfahren will die Landesregierung Vorhaben schneller in fertigen Wohnraum verwandeln.
Welche Dimension hinter den Zahlen steckt, verdeutlicht Doris Woll, Vorstandsvorsitzende der Saarländischen Investitionskreditbank. Für sie ist ein Zuhause weit mehr als Quadratmeter und ein Dach über dem Kopf, sondern der Ort, an dem neue Lebensabschnitte beginnen und Freundschaften entstehen. Als Beispiel nennt sie den Schanzenberg in Saarbrücken: Wo einst reine Messeflächen lagen, wächst heute ein neues Quartier heran. Das dortige Boardinghaus gibt nach ihren Worten über 320 jungen Menschen die Sicherheit, die sie für ihren Start ins Berufs- oder Studienleben brauchen.
Ein differenzierter Blick auf die Statistik bleibt dennoch angebracht. Der Bestand gebundener Sozialmietwohnungen im Saarland schrumpfte 2025 von 826 auf 747. Der Grund liegt in der Logik der Förderung: Bewilligungen bedeuten noch keine fertigen Wohnungen, denn Neubauten gehen erst nach ihrer Fertigstellung in den Bestand ein. Gleichzeitig laufen bestehende Bindungen aus. Der weitere Aufbau des Sozialwohnungsbestands bleibt damit eine zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre.




















