Dass der weibliche und der männliche Körper nicht nach demselben Schema funktionieren, ist längst keine bloße Vermutung mehr, sondern Gegenstand ernsthafter medizinischer Forschung. Genau diesem Thema widmet sich ein Vortrag mit dem Titel „Frauen sind anders krank als Männer“, zu dem die VHS-Nebenstelle Rohrbach/Hassel am Freitag, 20. November, um 18.30 Uhr ins Bürgerhaus Rohrbach einlädt.
Im Mittelpunkt steht eine Frage, die in der Medizin lange unterschätzt wurde: Warum erkranken Frauen anders als Männer? Die Antworten reichen tief in die Biologie hinein. Genetik, Hormone und Stoffwechsel unterscheiden sich zwischen den Geschlechtern ebenso wie die Reaktionen des Immunsystems. Hinzu kommen gesellschaftliche Rollen, die beeinflussen, wie Krankheiten erlebt und behandelt werden.
Entscheidend sind dabei die Geschlechtshormone wie Östrogen und Testosteron, die zahlreiche Abläufe im Körper steuern. Sie wirken sich darauf aus, wie Symptome auftreten und wie Schmerzen verarbeitet werden. Auch der unterschiedliche Fett- und Wasseranteil sowie eine veränderte Leberfunktion spielen eine Rolle, denn sie bestimmen mit, wie Medikamente im weiblichen Körper tatsächlich wirken.
Gerade an diesem Punkt zeigt sich ein historisches Versäumnis. Über lange Zeit wurden Medikamente, Diagnosen und Therapien in erster Linie an männlichen Körpern erforscht und getestet. Die Folgen dieser einseitigen Ausrichtung beschäftigen die Wissenschaft bis heute und rücken erst allmählich stärker in den Fokus.
Für die fachliche Tiefe des Abends sorgt Dr. Claudia Meyer-Lang. Als ärztliche Direktorin im Kreiskrankenhaus St. Ingbert sowie als Anästhesistin und Notfallmedizinerin bringt sie den Blick aus der täglichen Praxis mit. Sie erläutert geschlechtsspezifische Krankheitsbilder und gibt Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte.
Wer teilnehmen möchte, meldet sich unter www.vhs-igb.de unter der Kursnummer 3.0360 oder über das Anmeldeformular an. Weitere Auskünfte erteilen Christa Strobel unter der Telefonnummer 06894/590 8933 und Martin Wörner unter 06894/13-728 sowie per E-Mail an vhs-hassel@sanktingbert.de.



















