Foto: Stadtverband Bündnis90/Die Grünen Homburg

Die Asiatische Hornisse breitet sich seit Jahren im Saarland aus – doch wie groß ist die Gefahr für Honigbienen, Artenvielfalt und Menschen tatsächlich? Antworten auf diese Fragen suchten die Grünen Homburg bei einer Informationsveranstaltung am 17. Oktober 2026 im Gemeindezentrum Einöd. Im Mittelpunkt stand ein Vortrag, der sachliche Aufklärung über Alarmismus stellte.

Als Referent gewann der Ortsverband Holger Schwarz, Imker und Fachmann vom Velutina Netzwerk Saar. Er zeichnete die Herkunft der Art nach: Die europäischen Vorkommen der Vespa velutina gehen auf eine Einschleppung nach Frankreich zurück. Von dort aus hat sich das Insekt über die Jahre nach Norden ausgebreitet. Bemerkenswert ist jedoch eine aktuelle Entwicklung.

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Nach einer deutlichen Zunahme in den vergangenen Jahren habe sich der Bestand im Saarland in diesem Jahr offenbar etwas stabilisiert, berichtete Schwarz. Eine mögliche Erklärung liefert das Wetter. Der heiße Sommer könnte den Hornissen zugesetzt haben, denn mit großer Hitze kommt die Art offenbar nur schlecht zurecht.

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Für Imker bleibt der Druck auf ihre Völker dennoch hoch – und zwar nicht allein durch die neue Konkurrenz. Schwarz machte deutlich, dass die Varroamilbe weiterhin eine erhebliche Bedrohung für Honigbienen darstellt. Wie stark ein Bienenvolk durch die Hornisse belastet wird, hängt vor allem davon ab, wie viele Nester sich in der unmittelbaren Umgebung befinden. Umso wichtiger sei es, Vorkommen aufmerksam zu beobachten und Nester früh zu entdecken.

Eine praktische Methode dafür stellte der Referent ebenfalls vor: sogenannte Locktöpfe. Sie dienen ausdrücklich nicht dem Fangen, sondern der Beobachtung von Flugrichtung und Aktivitätszeiten. Wer die Tiere wiederholt im Blick behält, kann die Flugrichtung eingrenzen und die Suche nach dem Nest gezielt eingrenzen. So lässt sich die fachkundige Nestersuche entscheidend unterstützen.

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Besonders wichtig war Schwarz der Hinweis auf die Verwechslungsgefahr. Während die Asiatische Hornisse als invasive Art gilt, steht die heimische Europäische Hornisse unter besonderem Schutz. Wer ein Nest entdeckt, sollte die Beobachtung deshalb zunächst fachkundig einordnen lassen, bevor überhaupt Maßnahmen erwogen werden.

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Andreas Filler, Sprecher des Grünen Ortsverbands Homburg und Landtagskandidat, unterstrich den Wert solcher Veranstaltungen. Es gehe darum, die Bevölkerung für die Folgen der Ausbreitung auf die heimische Artenvielfalt zu sensibilisieren. Sachliche Aufklärung und fachkundige Einschätzung seien entscheidend, um angemessen reagieren zu können.

Katrin Lauer, Sprecherin der Grünen Homburg und ebenfalls Landtagskandidatin, verwies auf die Risiken in Wohngebieten: „Nester in Gärten, Hecken oder in unmittelbarer Nähe zu Schulhöfen und Spielplätzen können auch für Kinder und Allergiker eine Gefahr darstellen.“ Entsprechende Beobachtungen sollten dem Velutina Netzwerk Saar gemeldet werden. Werden Nester fachlich bestätigt und erfüllen sie die Voraussetzungen, können sie kostenfrei für die Meldenden entfernt werden.

Am Ende des Abends dankten die Grünen Homburg ihrem Referenten für den Austausch. Die Veranstaltung habe gezeigt, wie wertvoll das Wissen von Fachleuten und das Engagement ehrenamtlicher Strukturen sind. Gute Aufklärung helfe, Risiken realistisch einzuschätzen und heimische Arten zu schützen, ohne unnötige Verunsicherung zu schüren. Hinweise und Nestmeldungen nimmt das Netzwerk unter www.velutina-saar.de entgegen.

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