Zwei Schwestern, ein gemeinsames Programm und drei fast vergessene musikalische Freundschaften des 19. Jahrhunderts: Am Donnerstag, 29. Oktober, kehren Lea und Esther Birringer im Rahmen der Homburger Meisterkonzerte in den Saalbau zurück. Im Gepäck haben die beiden ausgezeichneten Musikerinnen ihr aktuelles Programm „Kindred Spirits“, zu Deutsch „Geistesverwandte“.
Für das Duo ist das gemeinsame Musizieren kein Zufall, sondern gelebte Biografie. Lea Birringer an der Violine und Esther Birringer am Klavier spielen seit ihrer Kindheit zusammen und haben sich inzwischen auf internationalen Bühnen einen Namen gemacht. Den entscheidenden Schub brachte das Jahr 2011, als sie gleich zwei renommierte internationale Kammermusikwettbewerbe für sich entschieden: den Premio Vittorio Gui in Florenz und den Concorso Internazionale di Musica da Camera Città di Pinerolo.
Seither sind die Schwestern regelmäßig bei bedeutenden Festivals und Konzertreihen zu Gast. Auch ihre gemeinsamen CD-Einspielungen wurden mehrfach ausgezeichnet und von der Fachkritik gelobt. In Homburg rücken sie nun jene Persönlichkeiten in den Mittelpunkt, deren Lebenswege sich im 19. Jahrhundert auf unterschiedliche Weise kreuzten.
Im Zentrum des Abends stehen die schwedische Komponistin und Geigerin Amanda Röntgen-Maier, der norwegische Komponist Edvard Grieg und Clara Schumann. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Röntgen-Maier (1853–1894), deren Werke heute nur noch selten den Weg auf die Konzertpodien finden. Mit Auszügen aus ihren „Sechs Stücken für Violine und Klavier“ sowie ihrer Sonate für Violine und Klavier h-Moll holen die Birringers eine bemerkenswerte Künstlerin aus dem Schatten der Musikgeschichte.
Ergänzt wird dieser Dialog durch Griegs Sonate Nr. 2 G-Dur op. 13 und Clara Schumanns „Drei Romanzen“ op. 22. So entsteht ein Programm, das Vertrautes und Wiederzuentdeckendes miteinander verknüpft, ohne das eine gegen das andere auszuspielen.
Eine zusätzliche Brisanz bekommt der Auftritt durch den Blick auf den Kalender: Nur einen Tag nach dem Konzert erscheint bei Rubicon Classics das gleichnamige Album „Kindred Spirits“, das exakt jene Werke und Komponistinnen und Komponisten versammelt, die auch den Abend in Homburg prägen. Das Publikum erlebt das neue Projekt der Schwestern damit live, bevor es offiziell veröffentlicht wird.
Karten für dieses und alle weiteren Meisterkonzerte gibt es in der Tourist-Info am Kreisel sowie bei Ticket Regional unter www.ticket-regional.de/homburg. Sofern noch Restkarten verfügbar sind, ist zudem die Abendkasse geöffnet.



















