Wer sich am Morgen wie gewohnt vom Radio durch die Nachrichtenlage bringen lassen wollte, wartete beim Saarländischen Rundfunk vergeblich. Bereits den zweiten Tag in Folge fielen gewohnte Informationsangebote und Radionachrichten einem Warnstreik zum Opfer. Für Frank Wagner, den medienpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, ist nicht allein der Ausfall das Problem, sondern vor allem die magere Kommunikation darüber.
„Am zweiten Tag in Folge fallen beim SR im Radio Nachrichten und gewohnte Informationsangebote aus. Über die Hintergründe und die voraussichtliche Dauer erfährt die Öffentlichkeit bislang kaum etwas. Viele fragen sich: Was soll das?“, so Wagner. Genau an diesem Punkt setzt seine Kritik an: Eine Einrichtung, deren Kernauftrag die Information der Menschen sei, dürfe ausgerechnet in eigener Sache nicht schweigen.
Wagner stellt die grundsätzliche Frage, wie verfahren die Lage am Verhandlungstisch tatsächlich sein muss, damit es zu einem solchen Schritt kommt. „Ist die Situation zwischen den Tarifparteien wirklich so zerfahren, dass nur noch ein Streik mit solchen Folgen für die Hörerinnen und Hörer hilft?“, fragt er. Ein pauschaler Verweis auf den Ausstand verbunden mit der Bitte um Verständnis genüge ihm jedenfalls nicht als Begründung.
Im Zentrum steht für den Abgeordneten der Anspruch auf Transparenz. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe eine zentrale Aufgabe bei der Information der Menschen im Saarland – und dieser Anspruch, so die Logik seiner Argumentation, müsse auch dann gelten, wenn es um die eigenen Programmausfälle geht.
Konkret fordert Wagner nachvollziehbare Antworten auf drei Fragen: Worum geht es bei dem Konflikt, warum fallen ausgerechnet die Nachrichten aus, und wann können die Hörerinnen und Hörer wieder mit dem regulären Programm rechnen? „Das Mindeste, was die saarländische Öffentlichkeit verdient hat, ist eine nachvollziehbare Auskunft“, betont er.
Sein Fazit fällt entsprechend deutlich aus: Wer informieren soll, muss auch die eigenen Lücken erklären. Der SR, so Wagner, sollte Transparenz eben auch in eigener Sache gewährleisten. Ob und wann der Sender diesem Appell nachkommt und das gewohnte Programm zurückkehrt, blieb zunächst offen.



















