Anzeige

Im Saarland leben rund 25.000 Menschen mit einer Demenzerkrankung – und hinter dieser Zahl verbergen sich weit mehr Schicksale, als es zunächst scheint. Denn vier von fünf Betroffenen werden zu Hause versorgt, meist von Angehörigen, die dabei selbst an ihre Grenzen stoßen. Um dieses Thema stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, macht die Wanderausstellung der Landesfachstelle Demenz Saarland im Oktober 2026 Station in Blieskastel.

Bürgermeister Bernd Hertzler wird die Schau am Donnerstag, 15. Oktober 2026, um 10 Uhr offiziell eröffnen. Als Ort dient die Alte Markthalle im Blieskasteler Rathaus am Paradeplatz. Wer die Ausstellung besuchen möchte, kann dies anschließend noch bis zum Monatsende während der regulären Öffnungszeiten des Rathauses tun.

Anzeige

Seit 2018 ist die Wanderausstellung im Land unterwegs. Ihr Anliegen ist klar umrissen: Sie soll die Bevölkerung sensibilisieren und dafür sorgen, dass Demenz in Städten, Gemeinden und Landkreisen offen besprochen wird, statt im Verborgenen zu bleiben. Bundesweit sind etwa 1,8 Millionen Menschen unmittelbar von der Erkrankung betroffen.

Dass die Kommunen dabei in der Pflicht stehen, ergibt sich aus der nationalen Demenzstrategie, die die Bundesregierung 2020 vorgelegt hat. Für den Bereich Demenz und Kommune zeichneten der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Städtetag und der Deutsche Landkreistag mitverantwortlich – eine Selbstverpflichtung, die auch auf lokaler Ebene Konsequenzen hat. Gerade die Daseinsvorsorge vor Ort ist entscheidend, wenn es um die Teilhabe von Menschen mit Demenz geht.

Der Blick ins Saarland zeigt, wie groß die Herausforderung ist. Rund 80 Prozent der Erkrankten werden im häuslichen Umfeld betreut – ein Wert, der über dem Bundesdurchschnitt liegt. Rechnet man die pflegenden Angehörigen hinzu, sind fast 60.000 Menschen direkt oder indirekt mit der Krankheit konfrontiert. Der inzwischen zweite saarländische Demenzplan verfolgt deshalb das Ziel, ein demenzfreundliches Saarland zu schaffen und die Pflege zu Hause zu stärken. Dahinter steht die Überzeugung, dass häusliche Pflege nur dann gelingen kann, wenn auch die Pflegenden befähigt werden, auf sich selbst zu achten und gesund zu bleiben.

Anzeige

Über die Ausstellung hinaus bietet die Landesfachstelle weitere Formate an. Dazu zählen Vorträge vor Ort, Demenz-Partner-Schulungen mit Zertifikat oder Veranstaltungen zum Thema „Demenz – was dann?“. Gemeinden, Institutionen, Verbände und Vereine, die Interesse haben, können sich direkt an die Landesfachstelle Demenz Saarland in der Ludwigstraße 5 in 66740 Saarlouis wenden, telefonisch unter 06831/488180 oder per E-Mail an landesfachstelle@demenz-saarland.de. Weitere Informationen, kostenfreie Materialien und Adressen vor Ort finden sich zudem unter www.demenz-saarland.de.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein