Foto: Andreas Filler
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Dass ein Moor so viele Menschen bewegen kann, überraschte am Freitagabend selbst die Veranstalter. Rund 70 Interessierte kamen am 2. Oktober ins Königsbruch bei Homburg-Bruchhof, um gemeinsam das Gebiet zu erkunden und anschließend über dessen Zukunft zu sprechen. Eingeladen hatte die Moorschutz-Gemeinschaft, Anlass war der erneute Besuch der EU-Parlamentarierin Jutta Paulus.

Bemerkenswert war vor allem, wie unterschiedlich die Gäste waren. Familien standen neben Vertreterinnen und Vertretern von NABU, BUND und der Gesellschaft für Fleischfressende Pflanzen, dazu kamen Mitglieder der Grünen und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger. Auch Grundstückseigentümer aus dem Königsbruch waren durch Berichte in den Medien aufmerksam geworden und wollten wissen, was sich in dem Gebiet tut und wie sie sich einbringen können.

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„Moore stehen selten im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit“, sagt Andreas Filler, Sprecher der Moorschutz-Gemeinschaft. „Umso mehr hat mich gefreut, wie viele unterschiedliche Menschen gekommen sind, um sich mit dem Königsbruch und seiner Zukunft zu beschäftigen.“ Die vielen positiven Rückmeldungen zeigten, dass es sich lohne, Zusammenhänge verständlich zu machen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Im Mittelpunkt des Abends standen die Situation des Moores, die geplante Wiedervernässung und deren Verbindung zu Wasserhaushalt, Klimaschutz und Gesundheit. Lisa Becker begrüßte die Gäste und steuerte die landespolitische Sicht bei. Jutta Paulus ergänzte die europäische Perspektive: Mit der EU-Renaturierungsverordnung existiert ein verbindlicher Rahmen für die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme, zu dem auch die Wiedervernässung entwässerter Moorböden zählt.

Wie unmittelbar die Klimakrise inzwischen die Gesundheit betrifft, machte Dr. Andrea Oest deutlich. Sie verwies auf die hohe Zahl hitzebedingter Todesfälle in Deutschland, die das Robert Koch-Institut für 2026 bis Anfang September auf rund 16.000 schätzt, deutlich mehr als in den Jahren seit 2016. Paulus griff diese Dringlichkeit auf und kritisierte, dass die politische Reaktion dem Ausmaß der Folgen nicht gerecht werde.

Viel Anerkennung erhielt das Engagement der Moorschutz-Gemeinschaft selbst. Paulus betonte, wie wichtig Menschen seien, die vor Ort Verantwortung übernehmen, beharrlich nachfragen und sich für den Erhalt ihrer Lebensgrundlagen einsetzen. Dieser Einsatz und die damit verbundene Zivilcourage seien entscheidend, um Veränderungen anzustoßen.

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Kritik gab es an der Stadt Homburg: Zum Bearbeitungsstand des hydrogeologischen Gutachtens lag nach Angaben der Gemeinschaft bis zum Veranstaltungstag trotz Nachfrage keine Rückmeldung vor. Angesichts des großen öffentlichen Interesses stieß das auf Unverständnis. Die Gemeinschaft erwartet nun transparente Auskunft über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte.

Für die Initiative ist der Abend vor allem Ermutigung, weiterzumachen und mehr Menschen einzubeziehen. Unter herbstlichen Bedingungen stießen die als anschaulich empfundenen Beiträge auf viel Zuspruch. „Das Königsbruch geht uns gemeinsam an“, so Filler. „Wir möchten diesen Rückenwind nutzen, um den Austausch fortzuführen und bei der Wiedervernässung konkrete Schritte voranzukommen. Wasser halten. Zukunft sichern. Dafür setzen wir uns ein.“

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