Staatssekretär Sebastian Thul (6. v. r.) bei der Urkundenverleihung an die angehenden Transportbegleiterinnen und Transportbegleiter. Foto: MUKMAV / Sinah Spieß

Große und schwere Transporte gehören auf saarländischen Straßen zum Alltag – und künftig sorgen dafür nicht mehr ausschließlich Polizeikräfte für den nötigen Schutz. Staatssekretär Sebastian Thul überreichte am 22. September 14 Absolventinnen und Absolventen der GAB Saar mbH ihre Urkunden zum Transportbegleiter für Großraum- und Schwertransporte. Zusammen mit den Zeugnissen erhielten sie ihre Dienstausweise und damit die Berechtigung, künftig eigenständig solche Fahrten abzusichern.

Damit reiht sich das Saarland als zweites Bundesland nach Bayern in die Riege jener Länder ein, die eine 2023 geschaffene Regelung praktisch nutzen. Die Straßenverkehr-Transportbegleitungsverordnung erlaubt es, die Vollzugspolizei bei der Begleitung solcher Transporte zu entlasten. In einem Industrie-, Logistik- und Transitland wie dem Saarland ist das kein Nebenaspekt, sondern ein handfester Standortfaktor.

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„Mit der heutigen Aushändigung Ihrer Dienstausweise schließen Sie nicht nur einen Lehrgang ab, sondern legen den Grundstein für die sichere, geordnete und effiziente Durchführung von Groß- und Schwertransporten im Saarland und über die Landesgrenzen hinaus“, sagte Thul bei der Übergabe. Er betonte den Stolz darüber, dass das Land bei der außerpolizeilichen Transportbegleitung eine Vorreiterrolle einnehme.

Möglich wurde dieser Schritt nach seinen Worten nur durch ein enges Zusammenspiel vieler Beteiligter. Thul nannte ausdrücklich den Landesverband Verkehrsgewerbe Saarland, die Straßenverkehrsgenossenschaft Saar, das Innenministerium, die Vollzugspolizei, die GAB Saar sowie das Mobilitätsministerium. Erst dieses Netzwerk habe die praktische Umsetzung getragen.

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Eine Besonderheit liegt in der Ausbildungsstätte selbst. Die Gesellschaft für berufliche Ausbildung und Unternehmensberatung mbH ist die erste private Bildungseinrichtung in Deutschland, die Transportbegleiterinnen und Transportbegleiter ausbilden darf. Bislang bot allein das Bayerische Polizeiverwaltungsamt an einer staatlichen Einrichtung eine solche Qualifikation an. Mit der Anerkennung der GAB im Jahr 2025 ermöglicht das Saarland nun eine privat organisierte Ausbildung unter staatlicher Aufsicht.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen keineswegs nur aus dem Saarland, sondern auch aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Seit dem 11. August 2026 durchliefen sie ein umfangreiches Programm aus Theorie und Praxis, wobei die praktischen Module gemeinsam mit der saarländischen Vollzugspolizei absolviert wurden. Zum Abschluss stand eine mündliche Prüfung an.

Hintergrund der Regelung ist die Möglichkeit, seit 2023 sogenannte beliehene Unternehmen mit der Begleitung von Großraum- und Schwertransporten zu betrauen. Weil die Begleiter dabei aktiv in den fließenden Verkehr eingreifen dürfen, etwa indem sie Fahrzeuge anhalten oder Strecken absichern, ist eine gründliche rechtliche wie praktische Schulung unverzichtbar.

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