Sie gehören längst zum Straßenbild vieler Städte – doch mit der Zahl der E-Scooter wächst auch das Risiko. Eine aktuelle Auswertung der ADAC Unfallforschung zeigt: Innerhalb von nur vier Jahren hat sich die Zahl der Verunglückten verdreifacht. Besonders alarmierend ist dabei ein Trend, der zunehmend die Jüngsten trifft.
Die Zahlen des Statistischen Bundesamts sprechen eine deutliche Sprache. Über 16.000 Unfälle mit E-Scooter-Beteiligung registrierten die Behörden im vergangenen Jahr, in fast 15.000 Fällen kam es zu Verletzungen. Auffällig ist der starke Anstieg bei Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 18 Jahren. Als Hauptursachen nennt der ADAC das Befahren falscher Fahrbahnen, Alkohol am Lenker sowie eine unangepasste Geschwindigkeit.
Um die Gefahren besser einordnen zu können, haben die Unfallforscher zusätzlich klinische Studien herangezogen. Das Ergebnis lässt sich auf zwei typische Verletzungsmuster zuspitzen: Betroffen sind meist entweder die oberen Extremitäten wie Arme, Schultern und Hände oder aber Kopf und Gesicht. Welche Region es trifft, hängt oft von der Art des Sturzes ab.
Rutscht der Roller seitlich weg, landen die Fahrer häufig auf Schulter oder Arm. Bleibt der Scooter dagegen an einer Bordsteinkante hängen, kann der Fahrer nach vorn über den Lenker geschleudert werden. Entscheidend ist hier laut ADAC ein Faktor, der sich leicht kontrollieren lässt. Wer nüchtern unterwegs ist, fängt einen Sturz meist reflexartig mit den Händen ab. Ist der Alkoholpegel hoch und sind die Reflexe gehemmt, drohen schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen.
Grundsätzlich sieht der ADAC im E-Scooter einen festen Bestandteil moderner Mobilität. Gerade in dicht befahrenen Innenstädten bieten die kleinen Flitzer eine Chance, dem Stau zu entkommen. Doch die Fahrzeuge verzeihen bauartbedingt kaum Fehler, und fast jeder Sturz endet mit Blessuren. Umso wichtiger ist es, dass Nutzer sich auf zugelassenen Strecken und mit angepasstem Tempo bewegen.
Einen besonders wirksamen Schutz stellt der Helm dar. Ein Test des Schweizer Automobilclubs TCS belegt, dass er die Wahrscheinlichkeit schwerer Kopfverletzungen bei einem Sturz nachweislich senkt. Ein unterschätztes Risiko sind zudem Fahrten zu zweit oder in noch größerer Runde. Die veränderte Fahrdynamik lässt die Gefahr sprunghaft steigen. Um satte 60 Prozent kletterte die Zahl dieser Mitfahrer-Unfälle im vergangenen Jahr – überwiegend mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Doch die Verantwortung liegt nicht allein bei den Fahrern. Auch die Kommunen können ihren Beitrag leisten. Gut ausgebaute Radwege, so der ADAC, entschärfen Konflikte zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern und schaffen sicherere Bedingungen für alle, die auf zwei kleinen Rädern unterwegs sind.



















