Am 13. August 2026 jährte sich der Beginn des Berliner Mauerbaus zum 65. Mal. Aus diesem Anlass mahnt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, das Unrecht der SED-Diktatur weder zu vergessen noch zu beschönigen. Bei der zentralen Gedenkveranstaltung für die Opfer von Mauer und Teilung stellte er die Menschen in den Mittelpunkt, die ihren Wunsch nach Freiheit teuer bezahlen mussten.
„Die Berliner Mauer war fast drei Jahrzehnte lang das sichtbarste Symbol für die Unfreiheit und die Unterdrückung in der Deutschen – sogenannten Demokratischen – Republik“, erklärte Weimer. Sie habe Familien getrennt, Lebenswege zerstört und viele Menschen das Leben gekostet. Das Gedenken gelte all jenen, die dem Grenzregime der DDR zum Opfer fielen.
Besonders deutlich wurde der Staatsminister in seiner Warnung vor einer Verharmlosung der Vergangenheit. Sowohl von linker als auch von rechter Seite werde derzeit versucht, die DDR zu beschönigen, kritisierte er. Dabei sei das SED-Regime eine brutale Diktatur gewesen – „ohne freie Wahlen, ohne Pressefreiheit, ohne Reisefreiheit, dafür aber mit Stasi, Folterkellern und Todesstreifen an der Mauer“.
Je mehr Zeitzeugen sterben, desto wichtiger würden Orte der Erinnerung, betonte Weimer. Auch die mutigen Widerstandskämpfer und die friedlichen Revolutionäre von 1989 sollten stärker in den Blick rücken. „Wenn die Erinnerung an die SED-Diktatur zu verblasst und das Unrecht und die Verbrechen verharmlost wird, beginnt Geschichtsvergessenheit“, sagte er. Eine freie Gesellschaft dürfe das nicht zulassen.
Im Zentrum der diesjährigen Veranstaltung standen die persönlichen Schicksale. Biografien von Opfern und ihren Hinterbliebenen sowie die Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen prägten das Programm. Menschen, die den 13. August 1961 und die Folgen des Grenzregimes selbst erlebt haben, traten dabei in den Dialog mit der jüngeren Generation.
Begleitet wird das Gedenken von einem temporären Erinnerungsort am Brandenburger Tor, den die Kulturprojekte Berlin GmbH und die Stiftung Berliner Mauer gemeinsam mit dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gestaltet haben. Vom 12. bis zum 17. August sind dort eine Installation und eine Open-Air-Ausstellung zu sehen, ergänzt durch Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet. Der Bund förderte das Vorhaben mit 250.000 Euro.



















