Foto: MBK/Cuminale
Anzeige

Rund 25 Oberstufenschülerinnen und -schüler des Gymnasiums Wendalinum in St. Wendel hatten 24 Fragen vorbereitet – zu Klimapolitik, Digitalisierung, Demokratie und der Frage nach Krieg und Frieden in Europa. Am anderen Ende des Gesprächs saß Saarlands Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot, die im Rahmen des EU-Projekttages die Schule besuchte. Der Anlass: der Europatag am 9. Mai 2026, der alljährlich an die europäische Einigung erinnert.

Der Projekttag bot den Jugendlichen der Klassenstufen 10 und 11 die Gelegenheit, sich intensiv mit europäischen Themen auseinanderzusetzen und direkt mit einer politischen Entscheidungsträgerin zu diskutieren. Streichert-Clivot zeigte sich beeindruckt von der Vorbereitung und dem Engagement der Schülerschaft. „Europa ist für junge Menschen kein abstraktes Projekt. Es betrifft ihren Alltag und vor allem ihre Zukunft“, sagte die Ministerin. Gerade im Saarland sei europäische Bildung immer auch gelebte Nachbarschaft – durch Austauschprogramme, Sprachenlernen und internationale Schulprojekte werde Europa im Schulalltag konkret erfahrbar.

Anzeige

Besonders deutlich wurde im Gespräch, welche Themen die junge Generation derzeit umtreiben. Neben Digitalisierung und politischer Mitbestimmung stand vor allem die europäische Außen- und Sicherheitspolitik im Mittelpunkt. Schulleiter Alexander Besch fasste den Eindruck zusammen: „Die Diskussion mit unseren Oberstufenschülerinnen und -schülern hat gezeigt, was junge Menschen mit Blick auf Europa bewegt, allen voran die Frage nach ‚Krieg und Frieden‘ und damit die europäische Außen- und Sicherheitspolitik sowie die Gefährdung der EU von innen durch radikale Kräfte.“ Die Bestärkung, weiterhin an den Erfolg der Europäischen Union zu glauben und sich dafür einzusetzen, sei an diesem Tag geradezu greifbar gewesen.

Über den offenen Austausch mit den Jugendlichen hinaus nutzte Streichert-Clivot den Besuch, um sich ein Bild von der Schulentwicklung am Wendalinum zu machen. In Gesprächen mit der Schulleitung, der Schülervertretung, Fachlehrkräften und der Elternvertretung ging es um die Internationalisierung des Schullebens, um Demokratiebildung, Nachhaltigkeit, Wirtschaftsorientierung und Digitalisierung. Konkret kamen dabei die saarländische Frankreich-Strategie, das europäische Bildungsprogramm Erasmus Plus, die digitale Schulpartnerschaftsplattform eTwinning sowie der Schulversuch „Französisch Plus“ zur Sprache – Projekte, die das Gymnasium bereits aktiv in seinen Alltag integriert hat.

Anzeige

Für die Ministerin unterstrich der Besuch, wie wichtig es sei, Schülerinnen und Schülern Räume zu eröffnen, in denen sie Fragen stellen, kritisch diskutieren und eigene Positionen entwickeln können. „Der Austausch mit den Schülerinnen und Schülern des Gymnasium Wendalinum hat gezeigt, wie informiert und engagiert, aber auch wie kritisch junge Menschen auf europäische und internationale Fragen blicken“, betonte Streichert-Clivot. Diese Haltung sei genau die Grundlage, die ein demokratisches, handlungsfähiges und vor allen Dingen friedliches Europa benötige.

Auch aus Sicht der Schülerschaft hinterließ der Tag Wirkung. Schülersprecher Gilmar Schmidt brachte es auf den Punkt: „Das Saarland ist das beste Beispiel dafür, wie wichtig Europa für die grenznahe Zusammenarbeit ist. Mit dem Projekttag wurde uns die Bedeutung Europas deutlich aufgezeigt, sodass wir dadurch das Thema EU besser begreifen, vor allem aber auch mehr wertschätzen können.“ Ein Satz, der zeigt, dass der EU-Projekttag seinen Zweck erfüllt hat – nämlich europäische Zusammenhänge verständlich zu machen, demokratische Bildung zu stärken und das Interesse junger Menschen an politischer Mitgestaltung zu wecken.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein