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Knapp eine Million Euro aus dem Bundesprogramm STARK fließen in das Projekt „Unternehmergeist Saar II“ am August-Wilhelm Scheer Institut für digitale Produkte und Prozesse. Am 7. Mai übergab Martina Becker vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den Zuwendungsbescheid über rund 980.000 Euro an Vertreterinnen und Vertreter des Instituts – ein deutliches Signal dafür, dass der Bund den Strukturwandel im Saarland weiter aktiv begleitet.

Das Förderprogramm STARK richtet sich gezielt an ehemalige Kohleregionen und Standorte ehemaliger Kohlekraftwerke, die neue wirtschaftliche Perspektiven brauchen. Für das Saarland stehen aus diesem Topf bis 2038 insgesamt rund 19,3 Millionen Euro bereit. Wirtschaftsminister Barke ordnete die Förderung entsprechend ein: „Der Wandel ist im Saarland kein abstrakter Begriff, sondern gelebte Realität. Überall im Land entstehen aus Ideen konkrete Zukunftsperspektiven. Programme wie STARK geben den nötigen Rückenwind. Unternehmergeist Saar setzt neue wirtschaftliche Impulse und bringt unser Land als Innovationsregion weiter voran.“

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Das nun geförderte Projekt knüpft an den seit 2022 laufenden Vorgänger „Unternehmergeist Saar I“ an und will unternehmerisches Denken durch praktische Teamarbeit und gezielte Vernetzung stärken. Konkret handelt es sich um ein kostenloses Talentförderprogramm, bei dem Teilnehmende über mehrere Wochen hinweg in interdisziplinären Gruppen an realen Aufgabenstellungen arbeiten. Vorkenntnisse sind dabei keine Voraussetzung. Persönlichkeitstests, individuelles Coaching und die enge Zusammenarbeit mit Fachleuten aus der Wirtschaft gehören ebenso zum Programm wie ein abschließender „Demo Day“, an dem die erarbeiteten Konzepte vor einer Fachjury präsentiert werden.

Martina Becker, Abteilungsleiterin beim BAFA, betonte die übergeordnete Stoßrichtung der Förderung: „Mit dem Bundesprogramm STARK unterstützt der Bund ehemalige Kohleregionen und Kohlekraftwerkstandorte im Strukturwandel. Gefördert werden Vorhaben, die neue Perspektiven für die regionale Entwicklung eröffnen. Das Projekt ‚Unternehmergeist Saar II‘ zeigt, wie Gründungskompetenzen, Vernetzung und neue Ideen die regionale Entwicklung stärken können.“ Damit rückt sie den Kern des Vorhabens in den Fokus: Es geht nicht allein um einzelne Geschäftsideen, sondern um den systematischen Aufbau einer Gründungskultur in einer Region, die sich vom klassischen Industriestandort zur Innovationsregion wandeln will.

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Sandra Ehlen, Geschäftsführerin des August-Wilhelm Scheer Instituts, beschrieb den Ansatz ihres Hauses mit einem bildhaften Vergleich: „Es gibt zahlreiche Programme, Rahmenbedingungen und Ökosysteme, die Gründerinnen und Gründer unterstützen. Letztlich braucht es Individuen, die – wie Herkules – bewusst den anspruchsvolleren Weg wählen. Genau diesen Individuen geben wir bei Unternehmergeist Saar eine erste Bühne und Rückenwind: damit sie sich mit realen Use Cases ausprobieren, unternehmerisch wachsen und ihre eigene Gründerpersönlichkeit entwickeln können.“ Das Programm setzt also bewusst bei den Menschen an, nicht bei abstrakten Strukturen.

Der Blick auf die Gesamtstrategie zeigt, wie das Saarland die Bundesmittel einsetzt: Förderung, Vernetzung und Partnerschaften zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft sollen den Übergang von der Kohle- zur Wissensökonomie tragen. Projekte wie „Unternehmergeist Saar II“ sind dabei ein Baustein unter vielen – aber einer, der direkt bei den Köpfen ansetzt, die den Wandel letztlich gestalten müssen.

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