Die Arbeitskammer des Saarlandes in Kirkel - Bild: Stephan Bonaventura
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Drei Viertel eines Jahrhunderts liegt die Gründung der Arbeitskammer des Saarlandes zurück – und die Institution nutzt das Jubiläumsjahr 2026 nicht nur zum Rückblick, sondern auch als Versprechen für die Zukunft. „Ein Dreivierteljahrhundert Arbeitskammer bedeutet ein Dreivierteljahrhundert Einsatz für soziale Gerechtigkeit, faire Arbeitsbedingungen und eine starke Mitbestimmung“, sagt Vorstandsvorsitzender Jörg Caspar. Was 1951 in der Nachkriegszeit begann, hat sich zu einer festen Säule des gesellschaftlichen Dialogs im Saarland entwickelt.

Als Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Verfassungsrang vertritt die Arbeitskammer alle Beschäftigten im Saarland – Auszubildende ebenso wie Grenzgängerinnen und Grenzgänger. Ihr Selbstverständnis fasst sie in drei Worten zusammen: beraten, bilden, forschen. Hauptgeschäftsführer Thomas Otto ordnet den Auftrag so ein: „Seit 75 Jahren vertreten wir die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Saarland – engagiert, unabhängig und mit einem klaren Auftrag: Wir setzen uns mit unserem politischen Auftrag für gute Arbeit, faire Löhne, sichere Arbeitsplätze und eine starke soziale Absicherung ein.“ Die Arbeitskammer verstehe sich dabei als Ergänzung zur konkreten Arbeit der Gewerkschaften, nicht als Konkurrenz.

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Das Jubiläumsprogramm erstreckt sich über das gesamte Jahr und setzt bewusst auf Kultur und Öffentlichkeit. Bereits seit Februar widmet sich die Mitgliederzeitschrift AK-Konkret in einer Schwerpunktreihe der Geschichte und Arbeit der Kammer. Im Mai folgt eine Kooperation mit den Musikfestspielen Saar, die ein Gesprächskonzert und eine Veranstaltung für Schülerinnen und Schüler im VHS-Zentrum Saarbrücken umfasst. Im Juni laden die AK-Filmtage im Kino achteinhalb in Saarbrücken bereits zum 18. Mal zum gemeinsamen Schauen und Diskutieren ein.

Der Sommer bringt weitere Programmpunkte: Im Juli startet an der Hochschule der Bildenden Künste Saar eine Künstlerausschreibung zum Thema „zusammen“, die in eine Ausstellung und Preisverleihung mündet. Im August wird das frisch renovierte Interkulturelle Kompetenzzentrum in der Völklinger Saarstraße eingeweiht. Seinen feierlichen Höhepunkt erreicht das Jubiläum am 18. September mit einem offiziellen Festakt im Bildungszentrum Kirkel, dem am 19. September eine Familienfeier folgt. Begleitend erscheinen eine Festschrift und weitere Publikationen.

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Auch im Herbst reißt das Programm nicht ab. Ein Theaterprojekt des Saarländischen Staatstheaters widmet sich dem Thema Arbeit, hinzu kommen ein Filmprojekt und eine Sonderveröffentlichung in den Saargeschichten, die saarländische Arbeitsbiografien rund um die Kernthemen der Kammer beleuchtet. Darüber hinaus beteiligt sich die Arbeitskammer an der Ausstellung „Erzengel und Sinterröte“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte und im Rechtsschutzsaal.

Der Blick zurück zeigt, wie sehr sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Von den Anfängen in der unmittelbaren Nachkriegszeit über die gesetzliche Stärkung durch das Arbeitskammergesetz von 1967 bis hin zu den Umbrüchen der Gegenwart hat die Institution ihren Kurs immer wieder neu justiert. „Themen wie Digitalisierung, Strukturwandel und neue Beschäftigungsformen verlangen heute neue Antworten. Unser Jubiläum ist deshalb auch ein Auftrag, diesen Wandel auch in Zukunft aktiv und im Sinne sozialer Gerechtigkeit mitzugestalten“, betont Otto.

Caspar richtet den Dank an all jene, die die Arbeitskammer über die Jahrzehnte geprägt haben: „75 Jahre Arbeitskammer sind auch 75 Jahre engagierte Arbeit vieler Menschen. Dieses Jubiläum ist Anlass, den Beschäftigten, den Gremienmitgliedern sowie allen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern zu danken, die mit ihrem Einsatz und ihrer Überzeugung die Arbeitskammer geprägt und weiterentwickelt haben.“ Was als Nachkriegsprojekt begann, ist längst zu einer Institution geworden, die sich den Fragen der modernen Arbeitswelt stellt – und dabei ihren Gründungsauftrag nicht aus den Augen verliert.

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