
Im Saarland laufen die Vorbereitungen für das Kulturjahr 2026 bereits auf Hochtouren. Besonders im Fokus steht dabei die Freie Szene der darstellenden Künste, die mit neuen Projekten und frischen Konzepten unterstützt werden soll. Das Ministerium für Bildung und Kultur setzt seine Förderung fort und stellt dafür ein eigenes Juryverfahren auf, das Künstlerinnen, Künstlern und freien Gruppen Planungssicherheit geben soll.
Die Freie Szene trage maßgeblich zur kulturellen Vielfalt und zur Innovationskraft des Landes bei, heißt es aus dem Ministerium. Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot betont die Bedeutung dieser Arbeit: „Die Freie Szene ist ein Ort für künstlerische Freiheit, für neue Formen und für den Mut, Dinge auszuprobieren. Hier entstehen Arbeiten, die gesellschaftliche Fragen aufgreifen und Debatten anstoßen. Dieses künstlerische Schaffen darf nicht unter prekären Bedingungen stattfinden, sondern muss fair bezahlt werden. Deshalb orientieren wir uns auch 2026 an den angehobenen Honoraruntergrenzen des Bundesverbands Freie Darstellende Künste. Gleichzeitig wissen wir um den hohen Bedarf und die große Nachfrage in der Szene. Mit dem Juryverfahren schaffen wir transparente, fachlich fundierte Entscheidungen und geben Künstlerinnen und Künstlern Planungssicherheit für ihre Projekte.“
Gefördert werden 2026 sowohl konkrete Projektvorhaben als auch Recherchen professioneller Akteurinnen und Akteure der Freien Szene der darstellenden Künste. Die Projektförderung soll neue künstlerische Arbeiten ermöglichen und inhaltliche wie ästhetische Entwicklungsprozesse unterstützen. Mit der Rechercheförderung rückt das Ministerium zudem die konzeptionelle Vorarbeit in den Blick: Sie dient der Vorbereitung späterer Produktionen und soll die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Freien Szene im Saarland stärken. Nach Angaben des Ministeriums leistet die Förderung zugleich einen Beitrag zur Vielfalt und zur Sichtbarkeit der darstellenden Künste im Land.
Für das Förderjahr 2026 stehen insgesamt 139.000 Euro zur Verfügung. Im Vergleich zum Vorjahr wurde der Ansatz damit leicht erhöht. Begründet wird dieser Schritt mit den allgemein gestiegenen Produktions- und Betriebskosten sowie der seit Anfang 2026 geltenden Honoraruntergrenze für freie Künstlerinnen und Künstler. Diese Anpassung sei notwendig, um die Förderpraxis an die tatsächlichen Kosten anzupassen und künstlerische Arbeit weiterhin realisierbar zu halten. „Die Budgeterhöhung ist ein positives Signal in einem insgesamt angespannten Umfeld. Sie macht deutlich, wie notwendig es ist, Förderstrukturen regelmäßig zu überprüfen, damit künstlerische Arbeit auch unter veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen realisierbar bleibt – insbesondere vor dem Hintergrund gestiegener Kosten und der seit Jahresbeginn begrüßenswerterweise erhöhten Honoraruntergrenzen“, so Mirka Borchardt, Vorstandsmitglied des Netzwerk Freie Szene e.V.
Vergeben werden die Mittel über ein unabhängiges Juryverfahren. Eine fünfköpfige Jury aus regionalen und überregionalen Fachexpertinnen und -experten entscheidet im Frühjahr 2026 auf Grundlage fachlicher Kriterien über die eingereichten Anträge. Der Antragsschluss für das Förderjahr 2026 ist auf den 27. Februar 2026 festgelegt. Antragsunterlagen für Projekt- und Rechercheförderungen stehen ab sofort online zur Verfügung unter www.saarland.de/mbk/DE/portale/kulturportal/kultursparten/darstellendekunst/freieszene
Mit dem Verfahren will das Ministerium nach eigenen Angaben verlässliche Rahmenbedingungen für professionelles künstlerisches Arbeiten schaffen. Die Kombination aus erhöhter Fördersumme, Orientierung an bundesweiten Honoraruntergrenzen und einem transparenten Juryprozess soll dazu beitragen, die Freie Szene der darstellenden Künste im Saarland langfristig zu stabilisieren und ihre Sichtbarkeit weiter zu erhöhen.




















