Symbolbild
Anzeige

Die Idee einer durchgehenden Zugverbindung von Luxemburg über Saarbrücken bis nach Mannheim rückt näher an die Realität. Eine nun vorliegende Machbarkeitsstudie, die im Kreis der beteiligten Auftraggeber vorgestellt wurde, liefert erstmals eine gemeinsame fachliche Grundlage für das grenzüberschreitende Projekt – und zeigt: Eine solche Direktverbindung ist grundsätzlich möglich, wenn auch mit einigen Hürden.

Mobilitätsministerin Petra Berg ordnet die Ergebnisse deutlich ein. „Die heute im Kreis der Auftraggeber diskutierte Machbarkeitsstudie stellt einen wichtigen Meilenstein für unser Ziel dar, eine Schienendirektverbindung zwischen Luxemburg, Saarbrücken und Mannheim zu etablieren“, erklärte sie. Hintergrund ist die besondere Situation der Großregion Saar-Lor-Lux, die wie kaum eine andere Region in der Europäischen Union von täglichem Grenzverkehr geprägt ist.

Anzeige

Allein im Jahr 2024 wurden 276.360 Grenzgängerinnen und Grenzgänger gezählt, die überwiegend im Großherzogtum Luxemburg arbeiten und dafür täglich Landesgrenzen überqueren. „Vor diesem Hintergrund sind ein gut abgestimmter öffentlicher Personenverkehr entscheidend für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, sozialen Zusammenhalt und ökologische Nachhaltigkeit in der Großregion“, so Berg weiter. Erstmals liegt nun zwischen Luxemburg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz und der französischen Région Grand Est eine gemeinsame Basis für die strategische Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Schienenverbindungen vor.

Die Studie des Ingenieurbüros SMA kommt zu dem Ergebnis, dass eine Schienendirektverbindung zwischen Luxemburg, Saarbrücken und Mannheim in mehreren Varianten realisierbar wäre. Möglich wäre zum einen eine Fernverkehrsverbindung über Metz oder Konz. Zum anderen wird eine Einbindung in den Regionalverkehr geprüft, mit einer regelmäßigen Verbindung über Wasserbillig, Konz, Saarburg und Saarbrücken bis zum Fernverkehrsknoten Mannheim. Laut Machbarkeitsstudie wäre etwa eine Fernverkehrsverbindung über Metz und Saarbrücken fahrplantechnisch machbar und könnte die Fahrzeit zwischen Luxemburg und Mannheim von derzeit 3:47 Stunden auf 2:50 Stunden verkürzen.

Anzeige

Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, dass der Weg zur Umsetzung komplex ist. Die Direktverbindungen sind an infrastrukturelle, technische, rechtliche und finanzielle Voraussetzungen geknüpft. Eine zentrale Rolle spielen laufende und geplante Ausbaumaßnahmen auf luxemburgischer Seite sowie die Finanzierung des Schienenpersonenverkehrs in Deutschland. „Im Interesse der Machbarkeit ist deshalb ein schrittweises Vorgehen notwendig“, betonte Berg. Die Landesregierung verfolge das Ziel, Saarbrücken und das Saarland langfristig als verkehrliche Drehscheibe in der Mitte Europas zu stärken. „Eine Schienendirektverbindung zwischen Luxemburg über Saarbrücken nach Mannheim ist dafür ein wichtiger Anfang.“

Die europäische Partnerrunde ist sich nach Angaben der Ministerin einig, das Projekt auf Basis der Studie weiterzuverfolgen. Vorrangig gehe es darum, eine gemeinsame Lösung für schnelle Fernverkehrsverbindungen zwischen Luxemburg, Saarbrücken und Mannheim zu finden. „Das Saarland soll auch auf der Schiene ein europäischer Knotenpunkt werden“, sagte Berg. Da Fernverkehr Bundesaufgabe und zudem eigenwirtschaftlich organisiert ist, müssen im nächsten Schritt Fernverkehrsunternehmen in Luxemburg, Frankreich und Deutschland von der Idee überzeugt werden. Dafür sei die Unterstützung der Bundesregierung nötig, weshalb das Gespräch mit dem Bundesverkehrsminister gesucht werden soll.

Anzeige

Als weitere Option beschreibt die Studie eine Umsetzung im Regionalverkehr. Eine solche Direktverbindung im Nahverkehr würde die Fahrzeit zwischen Luxemburg und Mannheim auf 3:07 Stunden verkürzen. Selbst bei Einigkeit aller Partner wäre diese Variante jedoch frühestens ab Mitte der 2030er Jahre realistisch. Hinzu kommt, dass die Finanzierung von der Entwicklung der Regionalisierungsmittel abhängt, die der Bund den Ländern für den Schienenpersonennahverkehr zur Verfügung stellt. „Diese Option aus der Machbarkeitsstudie ist deshalb aus saarländischer Sicht nur die zweitbeste Lösung“, stellte Berg klar.

Anzeige