Fotos: Schütz/ UKS
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Kurz vor den Feiertagen riecht es auf den onkologischen Stationen des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS) in Homburg nicht nur nach Desinfektionsmittel und Klinikalltag, sondern auch nach Lavendel, Zitrone und Pfefferminze. Pünktlich zur Weihnachtszeit startet dort eine besondere Aktion für krebskranke Patienten: 500 kleine Duftbeutel werden verteilt, gefüllt mit sorgfältig ausgewählten Mischungen ätherischer Öle. Hinter der Idee steht die freigestellte Onkologische Fachpflege gemeinsam mit dem Konsildienst der Palliativmedizin.

Die Beutelchen sind handgenäht und stammen von der Näh- und Handarbeitsgruppe Nadelspielkinder aus Bexbach. Die Ehrenamtlichen haben 500 Weihnachtsbeutel in saarländischer Handarbeit gefertigt, mit ausgesuchten Stoffen und viel Liebe zum Detail. Am UKS werden sie nun mit speziellen Duftmischungen versehen und an onkologische Patienten verschenkt. Die Aktion ist Teil eines größeren Konzepts: Aromapflege und Aromatherapie haben am Klinikum einen festen Platz und ergänzen die medizinische und pflegerische Behandlung von Menschen mit Krebserkrankungen.

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Düfte begleiten Menschen durch den Alltag und sind oft eng mit Erinnerungen verbunden – etwa an frisch gebackenes Weihnachtsgebäck oder den Geruch eines Tannenbaums. Solche Gerüche können Geborgenheit vermitteln, trösten und in belastenden Situationen für kurze Entlastung sorgen. Gleichzeitig ist das Empfinden sehr individuell: Was als angenehm oder störend wahrgenommen wird, unterscheidet sich von Person zu Person. Genau an diesem Punkt setzt die Aromapflege an, die am UKS als komplementäre pflegerische Maßnahme genutzt wird.

In der Aromapflege kommen hochwertige ätherische Öle zum Einsatz, um das Wohlbefinden zu fördern, Entspannung zu unterstützen und kleine Momente von Ruhe und Sicherheit zu schaffen. Im oft anstrengenden Klinikalltag, geprägt von Sorgen, Untersuchungen und ungewohnten Eindrücken, können vertraute Düfte einen kurzen Anker bieten, der an Zuhause und Normalität erinnert. „Lavendel wirkt beruhigend und schlaffördernd, Zitrone kann Übelkeit lindern und Pfefferminze ist vielen bereits bekannt zur Linderung von Kopfschmerzen“, nennt Bettina Knapp, Bereichsleitung der freigestellten Onkologischen Fachpflege am UKS, ein paar einfache Beispiele.

Knapp und ihr Team begleiten am Universitätsklinikum gezielt krebskranke Patienten und richten sich dabei nach deren individuellen Bedürfnissen. Die Pflegefachkräfte haben spezielle Weiterbildungen in Aromapflege absolviert und verfügen über fundiertes Wissen zur Wirkung und zum sicheren Einsatz ätherischer Öle. „Gerade Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen, etwa im Rahmen einer Chemotherapie, sind für viele Betroffene sehr belastend“, erklärt Knapp. „In solchen Situationen suchen wir gemeinsam nach passenden Lösungen – beispielsweise mit individuell zusammengestellten Riechsticks, die spürbare Linderung verschaffen können.“

Um die Aromapflege strukturiert im Klinikalltag zu verankern, wurde am UKS der sogenannte Aromazirkel als Pilotprojekt ins Leben gerufen. Die freigestellte Onkologische Fachpflege arbeitet darin eng mit Mitarbeitern der Palliativmedizin zusammen. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten gezielt und verantwortungsvoll zu begleiten. „Der gezielte Einsatz ätherischer Öle erfordert eine fundierte Ausbildung und viel Erfahrung“, erklärt Michaela Schiller, Oberärztin der Klinik für Palliativmedizin und ärztliche Aromatherapeutin. „Neben der gewünschten Wirkung müssen auch mögliche Wechselwirkungen und Kontraindikationen berücksichtigt werden – insbesondere bei schwer erkrankten Patientinnen und Patienten. Deshalb ist Aromapflege keine ‚Wohlfühlmaßnahme‘ nebenbei, sondern ein professioneller Bestandteil der Versorgung.“

Schiller leitet den Aromazirkel, in dem sich die beteiligten Berufsgruppen regelmäßig austauschen. In diesem interdisziplinären Rahmen wird besprochen, welche Anwendungen sinnvoll sind, wie sich neue Erkenntnisse umsetzen lassen und wie die Sicherheit der Patienten gewährleistet bleibt. So kann die Aromapflege am UKS fachlich begleitet, sicher und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die Weihnachtsaktion mit den Duftbeuteln ist dabei ein sichtbares Beispiel dafür, wie dieses Konzept im Alltag ankommt.

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Finanziert und ermöglicht wird die Aromapflege am UKS unter anderem durch Spenden. Auch die aktuelle Aktion lebt in besonderem Maß vom ehrenamtlichen Engagement. Die 500 Weihnachtsbeutel der Nadelspielkinder sind ein Spenden- und Gemeinschaftsprojekt, das die Arbeit des Klinikteams ergänzt. In der Vorweihnachtszeit, in der Sinneseindrücke eine besondere Rolle spielen, sollen die liebevoll gestalteten, bedufteten Beutelchen krebskranken Patienten eine kleine Überraschung sein – als Zeichen der Zuwendung, des Innehaltens und der wohltuenden Kraft vertrauter Düfte.

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