Im festgefahrenen Tarifkonflikt des Einzelhandels zieht die Gewerkschaft ver.di die Daumenschrauben an. Am Donnerstag, 25. Juni, und Freitag, 26. Juni 2026, sollen Beschäftigte in Rheinland-Pfalz und im Saarland die Arbeit niederlegen. Im Zentrum der Aktionen steht ein Konzern, dessen Eigentümer als reichster Mann Deutschlands gilt: Kaufland aus der Schwarz-Gruppe.

Der Aufruf zum Ausstand trifft eine breite Front an Standorten. Betroffen sind Kaufland-Filialen in Speyer, Kaiserslautern, Germersheim, Pirmasens, Alzey und Mainz ebenso wie in St. Ingbert, Neunkirchen, Saarbrücken, Hermeskeil und Konz. In Trier sollen sowohl die Belegschaft des Alleencenters als auch jene in der Aachener Straße in den Ausstand treten. Schulterschluss kommt zudem aus weiteren Branchen: ver.di hat auch Mitarbeitende von H&M in Ludwigshafen, Worms, Kaiserslautern, Mainz und Neunkirchen sowie von Primark in Saarbrücken und IKEA in Kaiserslautern zum Warnstreik aufgerufen.

Die schärfste Kritik richtet sich gegen die Eigentümerstruktur des Lebensmittelriesen. „Dieter Schwarz ist der reichste Mensch Deutschlands. Sein Milliardenvermögen wurde auch durch die tägliche Arbeit der Beschäftigten bei Kaufland erwirtschaftet“, sagt Monika Di Silvestre, ver.di-Landesfachbereichsleiterin Handel in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Während dieses Vermögen weiter anschwelle, wüssten viele Kolleginnen und Kollegen kaum noch, wie sie Miete, Energie und Lebensmittel stemmen sollten. Dieses Missverhältnis sei sozial nicht hinnehmbar.

Sichtbar werden soll der Protest bei mehreren regionalen Streikversammlungen. Den Auftakt machen am Donnerstag Kundgebungen am Saarbasar in Saarbrücken sowie bei Kaufland in Mainz. Am Freitag folgen weitere Versammlungen in Alzey und in der Prälat-Caire-Straße in Ludwigshafen. Die Gewerkschaft setzt damit auf öffentlichen Druck, nachdem die Verhandlungen am Tisch bislang keine Bewegung gebracht haben.

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Konkret fordert ver.di sieben Prozent mehr Entgelt, mindestens aber 225 Euro zusätzlich im Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das bislang vorgelegte Arbeitgeberangebot bewertet die Gewerkschaft als unzureichend: Es enthalte Nullmonate und Steigerungen, die unterm Strich auf einen weiteren Reallohnverlust hinausliefen – in Zeiten anhaltend hoher Lebenshaltungskosten ein Affront für die Belegschaften.

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Für Di Silvestre liegt die Verantwortung für die Blockade klar auf Seiten der Branchengrößen. „Kaufland trägt als Teil der Schwarz-Gruppe und als einflussreiches Mitglied der Arbeitgeberseite eine besondere Verantwortung für das bisherige Blockadeangebot“, betont sie. Wer Milliardenvermögen anhäufe, dürfe nicht zugleich bei den Löhnen der Beschäftigten sparen. Nun seien die Arbeitgeber am Zug, ein Angebot vorzulegen, das spürbare Verbesserungen mit sich bringe.

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