Foto: Laura Glücklich/ UKS
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Wie schafft man es, dass eine vielversprechende Erkenntnis aus dem Labor tatsächlich beim kranken Menschen ankommt? Genau diese Frage steht im Zentrum eines neuen Preises, den das Universitätsmedizinische Zentrum für Tumorerkrankungen (UTS) am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg nun erstmals verliehen hat. Ausgezeichnet wurden drei Krebsforschungsprojekte, die den Weg von der Grundlagenforschung direkt ans Patientenbett verkürzen wollen.

Die sogenannte translationale Medizin gilt in der Onkologie als Schlüssel. Sie soll dafür sorgen, dass wissenschaftliche Ergebnisse nicht in Fachpublikationen verharren, sondern rasch in die konkrete Behandlung einfließen. „Als Universitätsmedizinisches Tumorzentrum möchten wir die Forschungsarbeit vor Ort unterstützen“, erklärt Prof. Dr. Erich-Franz Solomayer, Sprecher des UTS und Direktor der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin am UKS. Besonders wichtig seien ihm dabei jene Projekte, deren Laborergebnisse im besten Fall zügig in die Versorgung krebskranker Menschen einflössen.

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Dass der Homburger Campus reich an solchen Ansätzen ist, zeigte sich schon an der Fülle der Bewerbungen. „Die Auswahl war nicht einfach, da letztendlich alle Ansätze wichtig sind und sehr viel Potenzial in den unterschiedlichen Forschungsprojekten liegt“, so Solomayer. Gemeinsam mit dem in diesem Sommer neu gegründeten Patientenbeirat sichtete der UTS-Vorstand die Einreichungen und kürte schließlich drei gleichwertige Gewinner. Die feierliche Übergabe fand am 14. August im Rahmen eines gut besuchten Symposiums statt, das zugleich Forschung und Versorgung enger verzahnen sollte.

Foto: Laura Glücklich/ UKS

Das erste ausgezeichnete Projekt richtet sich gegen den Schwarzen Hautkrebs. Die beiden Doktorandinnen Paula Marie Schindler und Hannah Stumpf vom Center for Integrative Physiology and Molecular Medicine entwickeln winzige Mikronadeln aus einem Biomaterial, mit denen sich Wirkstoffe schonend direkt in die betroffene Hautregion bringen lassen. Im Fokus steht dabei Rosmarinöl, ein natürlicher Pflanzenbestandteil, dem ein nachweisbarer Einfluss auf Tumorzellen zugeschrieben wird. Materialwissenschaft und Tumorforschung greifen hier ineinander und könnten künftig eine besonders individuell anpassbare Therapie ermöglichen.

Einen anderen Weg beschreitet Daniel Picard, Laborleiter in der Klinik für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie des UKS. Er befasst sich mit dem Pilozytischen Astrozytom, dem häufigsten gutartigen Hirntumor bei Kindern. Zwar überleben die kleinen Patientinnen und Patienten die Erkrankung meist, doch der Tumor kehrt oft zurück und macht wiederholte Operationen nötig. Über eine komplexe Datenanalyse gelang es Picard, zwei biologische Tumorgruppen mit verschiedenen Rückfallrisiken zu unterscheiden. Als besonders aufschlussreich gilt eine ringförmige genetische Struktur namens circNTRK2, die als Biomarker dienen und die Entstehung dieser Tumore neu erklären könnte.

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Das dritte prämierte Projekt stammt von PD Dr. Mariz Kasoha, Leiterin des gynäkoonkologischen Forschungslabors. Sie nahm bestimmte Proteine bei Brustkrebs unter die Lupe, um genauere Prognosen zu ermöglichen. Ihre Ergebnisse: Ein hohes Vorkommen des Proteins KLF-4 deutet auf eine schlechtere Überlebensrate hin, während das Protein E-Cadherin mit besseren Aussichten verbunden ist. Solche Multi-Proteinprofile könnten das individuelle Risiko schärfer einschätzen und den Weg zu einer noch stärker personalisierten Behandlung ebnen.

Jede Auszeichnung ist mit 1.000 Euro dotiert. Für die Verantwortlichen belegen die Gewinner vor allem eines: „Die Gewinnerprojekte zeigen sehr deutlich, dass auf dem Homburger Campus erstklassige Krebsforschung betrieben wird.“ Damit, so das UTS, würden zugleich die Grundlagen für die Behandlungsstandards von morgen gelegt.

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