Foto: FC 08 Homburg
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Der FC 08 Homburg ist beim VfR Mannheim nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Nach einer schwachen Anfangsphase und dem frühen Rückstand steigerte sich die Mannschaft von Roland Seitz deutlich, glich noch vor der Pause durch Emir Kuhinja aus und erspielte sich insbesondere nach dem Seitenwechsel zahlreiche hochkarätige Möglichkeiten. Selbst die Rote Karte gegen Michael Heilig stoppte den FCH nicht. In der Nachspielzeit lag der Ball schließlich zum vermeintlichen 2:1 im Mannheimer Tor – doch das Schiedsrichtergespann entschied auf Abseits. Wohl eine Fehlentscheidung. Dass Homburg trotzdem nur mit einem Punkt nach Hause fährt, allein daran festzumachen, wäre allerdings zu einfach.

Seitz hatte seine Anfangsformation gegenüber dem 0:1 gegen die Stuttgarter Kickers auf zwei Positionen verändert. Jan-Erik Eichhorn ersetzte den langfristig verletzten Frederik Schumann, Julian Günther-Schmidt rückte für Armend Qenaj in die Mannschaft. Weiterhin fehlten neben Schumann auch Jacob Roden, Nico Jörg, Michael Guthörl und Justin Petermann. Auf dem schwierigen Untergrund im Rhein-Neckar-Stadion war schnell klar, dass an diesem Nachmittag weniger die feine Klinge gefragt sein würde. Mannheim stellte sich darauf zunächst besser ein. Der Aufsteiger war giftiger in den Zweikämpfen, ließ Homburg wenig Raum und suchte konsequent den langen Ball.

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Bereits in der sechsten Minute führte einer dieser Angriffe zum 1:0. Tim Steinmetz konnte die Hereingabe von außen nicht verhindern, im Zentrum bekam Flamur Berisha anschließend zu wenig Gegenwehr und brachte die Gastgeber aus kurzer Distanz in Führung. Der Treffer wirkte beim FCH nach. Mannheim kontrollierte die folgende Phase zwar nicht mit großen Torchancen, war aber präsenter und gewann viele der entscheidenden Duelle. Homburg benötigte rund 20 Minuten, um sich in die Partie hineinzukämpfen. Danach verschob sich das Geschehen zunehmend in Richtung Mannheimer Hälfte. Spielerisch blieb vieles Stückwerk, auch der FCH griff häufig zum langen Ball. Die aufmerksame VfR-Defensive bekam diese Versuche zunächst weitgehend geklärt.

Erst im letzten Drittel der ersten Halbzeit entwickelte Homburg mehr Druck. Birkan Çelik setzte einen Volley nach einer geklärten Steinmetz-Flanke über das Tor und prüfte wenig später VfR-Keeper David Nreca-Bisinger aus der Distanz. In der 39. Minute wurde der steigende Aufwand schließlich belohnt. Günther-Schmidt brachte den Ball von außen gefährlich in die Mitte, Nreca-Bisinger konnte nicht sauber klären – und Kuhinja stand genau dort, wo ein Mittelstürmer stehen muss. Der Angreifer schob zum 1:1 ein.

Weil sich der Mannheimer Führungstreffer zuvor ebenso wenig angekündigt hatte wie später der Homburger Ausgleich, ging das Remis zur Pause insgesamt in Ordnung. Klar war aber auch: Wollte der FCH in Mannheim drei Punkte holen, musste nach dem Seitenwechsel mehr kommen.

Und genau das tat die Mannschaft. Aus einem bis dahin zähen Spiel wurde eine Partie, die Homburg über weite Strecken hätte für sich entscheiden müssen. Der FCH spielte jetzt mit deutlich mehr Tempo, drückte Mannheim zurück und kam plötzlich zu jenen Möglichkeiten, die im ersten Durchgang fast vollständig gefehlt hatten. Simon Joachims scheiterte früh am Aluminium, Kuhinja zwang Nreca-Bisinger zu einer Parade. Die große Chance zur Führung hatte dann Hilal El-Helwe: Nach einer starken Flanke von Steinmetz kam er völlig frei zum Kopfball, setzte den Ball aber so auf den Boden, dass er über das praktisch leere Tor sprang.

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Es blieb nicht die einzige vergebene Großchance. Homburg traf insgesamt dreimal Aluminium, kam aus guten Positionen zum Abschluss und schaffte es immer wieder, Mannheims Defensive auseinanderzuziehen. Joachims traf in der 77. Minute mit einem Distanzschuss das Lattenkreuz. Der VfR blieb zwar im Spiel und hatte seinerseits einzelne gefährliche Szenen – unter anderem musste Michael Gelt gegen Berisha stark reagieren –, das deutliche Chancenplus lag nun aber beim FCH. Dass die Grün-Weißen zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht führten, mussten sie sich selbst zuschreiben.

In der 82. Minute kam die nächste Schwierigkeit hinzu. Michael Heilig stoppte einen durchgebrochenen Mannheimer Angreifer als letzter Mann und sah folgerichtig Rot. Der Innenverteidiger verhinderte damit in höchster Not eine große Gelegenheit, musste seine Mannschaft für die Schlussphase aber in Unterzahl zurücklassen. Wer nun mit einem Homburger Rückzug gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Auch zu zehnt blieb der FCH gefährlich. Çelik versuchte es aus der Distanz und per Freistoß, Phillipp Steinhart scheiterte in der Nachspielzeit aus kurzer Entfernung per Kopf an Nreca-Bisinger. Homburg wollte den Sieg – und schien ihn tatsächlich noch zu bekommen.

Nach einer letzten Ecke kam Marc Ehrhart zum Kopfball, Nicolas Andermatt drückte den Ball anschließend mit der Fußspitze über die Linie. Jubel beim FCH – doch die Fahne des Assistenten ging hoch. Abseits. Eine Entscheidung, die für erheblichen Ärger sorgte – denn  Andermatt stand in dieser Szene nicht in einer Abseitsposition. Der vermeintliche Siegtreffer hätte demnach zählen müssen. Wenige Augenblicke später setzte Ehrhart noch einen Abschluss über das Tor, dann war die Partie beendet.

So bitter die Szene in der Nachspielzeit war: Der FCH sollte sich nicht ausschließlich am aberkannten Treffer abarbeiten. Die Mannschaft hatte gerade in der zweiten Halbzeit genügend Chancen, um diese Partie deutlich früher zu entscheiden. Drei Aluminiumtreffer, El-Helwes völlig freier Kopfball und weitere Abschlüsse aus guten Positionen – die Möglichkeiten waren da. Damit setzte sich zugleich ein Thema fort, das bereits gegen die Stuttgarter Kickers auffällig gewesen war. Homburg kann sich spielerisch in gute Positionen bringen, muss daraus im letzten Drittel aber konsequenter Kapital schlagen. Gegen Mannheim lag es nicht daran, dass der FCH keine Chancen entwickelte. Diesmal wurden sie schlicht nicht genutzt.

Kritischer zu betrachten ist deshalb vor allem die erste Halbzeit. Dass Seitz nach dem Spiel gegenüber dem Saarländischen Rundfunk einräumte, den Gegner anders erwartet zu haben, erklärt einen Teil der Anfangsprobleme. Trotzdem wirkten die ersten 20 Minuten zu passiv. Mannheim war griffiger, aggressiver und besser auf die Bedingungen eingestellt. Erst nach dem Rückstand begann Homburg allmählich, das Spiel anzunehmen. Die Reaktion darauf war allerdings deutlich. Vor allem nach der Pause zeigte der FCH einen couragierten Auftritt und hätte sich für diese Leistungssteigerung mit drei Punkten belohnen müssen. Dass am Ende nur einer mit ins Saarland fährt, ist wegen der Abseitsentscheidung ärgerlich – in erster Linie aber das Ergebnis der eigenen Chancenverwertung.

Nach fünf Spielen steht Homburg bei sieben Punkten. Bereits am Mittwoch geht es weiter: Um 19 Uhr kommt die U23 des 1. FC Kaiserslautern ins Waldstadion. Danach folgt am Samstag das Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt II. Viel Zeit, über die vergebenen Möglichkeiten von Mannheim nachzudenken, bleibt also nicht.

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