Für eine Woche verwandelt sich die Universität des Saarlandes in ein Reich der Neugier: Vom 20. bis 24. Juli 2026 dürfen zwanzig Schülerinnen der Klassenstufen 8 und 9 selbst zu Forscherinnen werden. Beim sogenannten UniCamp nehmen die Teilnehmerinnen Themen wie Weltraumforschung, intelligente Werkstoffe und erneuerbare Energien unter die Lupe – und erproben in Workshops, wie wissenschaftliches Arbeiten tatsächlich funktioniert.
Der Grundgedanke hinter dem Angebot ist klar umrissen. Noch immer entscheiden sich deutlich weniger Frauen für technische und naturwissenschaftliche Berufe, obwohl ihre Perspektiven dort gebraucht werden. Genau an dieser Stelle setzt das Camp an, wie Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot betont: „Unsere Zukunft braucht Menschen mit Ideen, Neugier und dem Mut, neue Wege zu gehen. Dazu gehören selbstverständlich auch Mädchen und junge Frauen.“
Das UniCamp gebe den Schülerinnen die Chance, selbst zu forschen und eigene Stärken zu entdecken, so die Ministerin weiter. „Solche Erfahrungen geben Selbstvertrauen und eröffnen neue Zukunftsperspektiven.“ Seit 23 Jahren leiste das Format einen Beitrag zur weiblichen Nachwuchsförderung und zur Fachkräftesicherung im Saarland. Deshalb stellt das Ministerium für Bildung und Kultur auch für das kommende Jahr 8.000 Euro bereit, damit 2027 erneut junge Frauen Wissenschaft hautnah erleben können.
Unter dem Motto „Faszination Naturwissenschaften und Technik“ richtet sich das Angebot an Schülerinnen saarländischer Schulen, die ein Faible für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik mitbringen. In den Schülerlaboren arbeiten sie an Aufgaben aus verschiedenen Forschungsbereichen und erfahren dabei, dass gute Forschung vor allem vom Fragen, Ausprobieren und gemeinsamen Lösen von Problemen lebt.
Einen besonderen Stellenwert nehmen die persönlichen Begegnungen ein. Während der Campwoche treffen die Teilnehmerinnen auf Studentinnen, Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Professorinnen, die von ihrem Alltag an der Hochschule und ihrem eigenen Werdegang berichten. Gerade weibliche Vorbilder sollen zeigen, dass Naturwissenschaft und Technik keine Frage des Geschlechts sind.
Dabei muss die Woche kein einmaliges Erlebnis bleiben. Für viele markiert das Camp erst den Anfang einer längerfristigen Förderung. Ehemalige Teilnehmerinnen nutzen etwa das Mentoringprogramm MentoMINT oder belegen bereits während ihrer Schulzeit ein Juniorstudium.
Mittlerweile findet das UniCamp zum 23. Mal statt und hat sich zu einem festen Bestandteil der MINT-Nachwuchsförderung an der Universität des Saarlandes entwickelt. Der frühe Ansatz ist gewollt: Die Schülerinnen sollen ihre Interessen kennenlernen und eigene Vorstellungen für ihre schulische wie berufliche Zukunft entwickeln, solange die Weichen noch offen stehen.
Dass dieses Wissen gefragt ist, zeigt der Blick in die Arbeitswelt. Fachkenntnisse aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik werden in der Energieversorgung ebenso benötigt wie in der Medizin, der Digitalisierung oder bei der Entwicklung neuer Materialien. Angebote wie das UniCamp helfen, junge Menschen frühzeitig dafür zu begeistern – und Mädchen den Weg in diese Zukunftsfelder zu ebnen.





![Bosch bringt KI-Assistenten für Werkstätten in ESI[tronic]](https://homburg1.de/wp-content/uploads/2026/07/1234-1-238x178.png)













