Foto: IG BAU | Florian Göricke
Anzeige

Wer im Saarpfalz-Kreis noch nach einer Lehrstelle sucht, muss den Kopf nicht hängen lassen. Aktuell warten in der Region 163 freie Ausbildungsplätze auf junge Menschen, neun davon allein im Baugewerbe. Darauf macht die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) aufmerksam und beruft sich auf frische Zahlen der Arbeitsagentur.

Hinter dem Appell steht eine klare Botschaft: Es ist nie zu spät für den Start ins Berufsleben. „Wichtig ist, sich einen Ruck zu geben und jetzt einen Ausbildungsbetrieb zu suchen“, sagt Ute Langenbahn, Vorsitzende der IG BAU Saar-Trier. Wer eine Ausbildung in der Tasche habe, komme in der Regel an sicherere und deutlich besser bezahlte Jobs. Ihr Rat an alle ohne Abschluss: sich „doch noch den ‚Ausbildungs-Kick‘ zu geben“.

Anzeige

Die Dringlichkeit lässt sich mit Zahlen belegen, die aufhorchen lassen. Sieben von zehn Arbeitslosen unter 25 Jahren im Saarpfalz-Kreis haben laut Arbeitsagentur keinen Berufsabschluss. Und im gesamten Saarland zählt das Statistische Bundesamt rund 37.000 junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren, die weder eine abgeschlossene Ausbildung noch einen Ausbildungsplatz vorweisen können. Genau diese Gruppe hat die Gewerkschaft im Blick.

Dabei bleibt das Zeitfenster länger offen, als viele glauben. Zwar starten die meisten Ausbildungen im August und September, doch der Zug ist damit nicht abgefahren. „Selbst im Oktober stellen Ausbildungsbetriebe noch ein“, betont Langenbahn. Wer sich also erst jetzt entscheidet, hat weiterhin realistische Chancen auf einen Platz.

Anzeige

Wer unsicher ist, wo er anfangen soll, sollte auf professionelle Orientierung setzen. Eine gute Anlaufstelle sei die Jugendberufsagentur, ebenso helfe die Arbeitsagentur mit Tipps weiter – vor Ort oder digital. Ein direktes Beratungsgespräch lohne sich in jedem Fall, so die IG BAU.

Und noch einen Ratschlag gibt Langenbahn mit auf den Weg: mutig auf die Betriebe zugehen. „Wer direkt nachfragt, holt oft auch etwas für sich heraus – ein Praktikum, vielleicht aber auch einen Ausbildungsplatz.“ Entscheidend sei am Ende nicht nur der Beruf selbst, sondern auch die Qualität der Ausbildung und die Perspektiven danach. Ihr Tipp: gezielt Firmen wählen, die fair ausbilden, ordentlich bezahlen und einen Tarifvertrag anbieten.

Anzeige
💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein