Landrat Frank John informiert sich über die Arbeit der Homburger Tafel. — Foto: Pressestelle-Saarpfalz-Kreis

Rund 1350 Menschen versorgt die Tafel Homburg jeden Monat mit Lebensmitteln – doch neue Kundinnen und Kunden kann der Verein derzeit nicht aufnehmen. Der Grund: Die Spenden aus dem Handel reichen schlicht nicht mehr aus. Landrat Frank John verschaffte sich am 13. Mai bei einem Besuch vor Ort einen persönlichen Eindruck von der Arbeit des Vereins und fand dabei deutliche Worte der Anerkennung.

An einem regulären Ausgabetag empfingen Vorstandsmitglieder und Ehrenamtliche den Landrat in den Räumen der Tafel. Gemeinsam ging es durch den Verwaltungsbereich, das Gemeinschaftscafé, verschiedene Lagerräume und den Gemüseputzraum bis hin zur eigentlichen Ausgabe. Dort herrschte trotz des laufenden Betriebs eine ruhige, geordnete Atmosphäre. Seit der Corona-Pandemie hat die Tafel den geregelten Zugang beibehalten, um den Ausgaberaum nicht zu überfüllen – ein Raum, der bewusst zu keiner Jahreszeit beheizt wird.

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Vorstandsmitglied Anita Graf-Fischbach schilderte dem Landrat die aktuelle Lage im Saarpfalz-Kreis. „Insgesamt versorgen wir im Monat 1350 Menschen im Saarpfalz-Kreis mit Lebensmitteln – darunter Familien, Alleinerziehende, Seniorinnen und Senioren“, erklärte sie. Gleichzeitig machte sie auf ein wachsendes Strukturproblem aufmerksam: Der Einzelhandel stelle längst nicht mehr die Mengen bereit, die früher üblich waren. Unternehmen hätten ihre Lieferketten optimiert und bestellten heute deutlich zielgerichteter, sodass weniger überschüssige Ware anfalle. Die Konsequenz sei schmerzhaft – bei steigender Nachfrage müsse die Tafel einen Aufnahmestopp aufrechterhalten.

Beim Blick auf das Team selbst gab sich Graf-Fischbach hingegen zuversichtlich. Die überwiegend ehrenamtlich getragene Mannschaft organisiere sich hervorragend und meistere ihre Aufgaben mit sichtbarem Pflichtbewusstsein. Auch viele der Tafel-Gäste packten mit an, wenn es nötig werde. „So lassen sich Abläufe vor Ort recht gut planen und einen kurzfristigen Ausfall, beispielsweise aufgrund von Krankheit, relativ gut kompensieren. Dafür sind wir im Vorstand sehr dankbar“, sagte das Vorstandsmitglied.

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Frank John zeigte sich sichtlich beeindruckt von dem, was er an diesem Vormittag erlebte. Dass hier Hand in Hand gearbeitet werde, habe er nicht erst erfahren müssen – es sei auf den ersten Blick spürbar gewesen. „Die Arbeit der Tafel Homburg ist unbestritten unverzichtbar. Ich sehe aber nicht nur einen Ort, an dem Lebensmittel verteilt werden, sondern auch einen Ort der Begegnung, des Respekts und der Solidarität“, betonte der Landrat. Als wichtige Säule der sozialen Teilhabe verdiene das Engagement der Tafel breite Anerkennung. Sein Dank galt ausdrücklich allen, die sich dort einbringen – ob hauptberuflich oder ehrenamtlich. „Sie helfen Menschen in schweren Lebenslagen und übernehmen Verantwortung in unserer Gesellschaft“, so John.

Der Besuch machte zweierlei deutlich: Die Tafel Homburg leistet weit mehr als reine Lebensmittelverteilung, sie schafft einen sozialen Anlaufpunkt für Menschen im Saarpfalz-Kreis. Zugleich steht der Verein vor einer strukturellen Herausforderung, die er allein kaum lösen kann. Wenn der Handel weniger abgibt und die Zahl der Bedürftigen weiter wächst, braucht es neben ehrenamtlichem Einsatz auch gesellschaftliche und politische Unterstützung, damit die Tafel ihren Auftrag langfristig erfüllen kann.

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