Foto: MBK/Henrich

An der Albert-Weisgerber-Grundschule in St. Ingbert ist am 12. Mai 2026 ein neuer Erweiterungsbau für die Freiwillige Ganztagsschule eröffnet worden. Rund 6,9 Millionen Euro hat die Baumaßnahme gekostet, das Land steuert insgesamt etwa 2,45 Millionen Euro an Fördermitteln bei. Für die Mittelstadt ist das Projekt weit mehr als ein Neubau – es ist eine strategische Investition in die Bildungsinfrastruktur, die angesichts steigender Kinderzahlen und des bevorstehenden Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung dringend nötig war.

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot unterstrich bei der Eröffnung die Bedeutung des Vorhabens: „Eine gute Schule braucht Räume, in denen Kinder lernen, spielen, sich entfalten und Gemeinschaft erleben können.“ Mit dem neuen Gebäude investiere St. Ingbert in genau diese Zukunft. Der Neubau schaffe moderne Bedingungen für zeitgemäße Ganztagspädagogik und setze zugleich ein starkes Zeichen für Bildungsgerechtigkeit und Familienfreundlichkeit. „Ganztag bedeutet Bildung, Förderung, Verlässlichkeit und Teilhabe“, so Streichert-Clivot weiter. Ihr Dank gelte allen Beteiligten, die das Projekt mit großem Engagement umgesetzt hätten.

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Die Zahlen verdeutlichen, warum St. Ingbert handeln musste. Die Zahl der Grundschulkinder ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Bereits jetzt stellt die Stadt rund 940 Ganztagsplätze bereit und erreicht damit eine Quote von etwa 74 Prozent. An der Albert-Weisgerber-Schule selbst werden im laufenden Schuljahr 2025/26 insgesamt 214 Kinder in langen und kurzen FGTS-Gruppen betreut. Die Trägerschaft liegt seit dem Schuljahr 2022/23 beim CJD Homburg/Saar gGmbH. Trotz der bereits hohen Versorgungsquote steigt der Bedarf an verlässlichen Nachmittagsangeboten weiter – nicht zuletzt mit Blick auf den kommenden gesetzlichen Anspruch auf einen Ganztagsplatz.

Der neue Gebäudeteil bietet Raum für gemeinsames Mittagessen, kreative Angebote, Bewegung, Rückzugsmöglichkeiten und soziale Begegnung. Damit soll die Verzahnung von Vormittags- und Nachmittagsangeboten gestärkt werden, die in St. Ingbert seit Jahren bewusst vorangetrieben wird. Finanziert wurde der Bau aus mehreren Töpfen: Aus dem Investitionsprogramm Ganztagsausbau flossen Fördermittel in Höhe von rund 1,66 Millionen Euro, weitere 790.160 Euro kamen aus dem Schulbauprogramm BAUSTEIN des Landes. Den verbleibenden Anteil trägt die Stadt selbst.

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Innenminister Reinhold Jost betonte die Bedeutung des BAUSTEIN-Programms für die kommunale Schullandschaft: „Es freut uns sehr, dass wir nun weitere Mittel aus dem BAUSTEIN-Programm an die saarländischen Städte und Gemeinden verteilen können. Damit versetzen wir sie in die Lage, wichtige Umbau- und Sanierungsmaßnahmen an den Grundschulen anzugehen.“ Dies sei ein bedeutender Schritt, um die Bildungsinfrastruktur im Saarland zu verbessern und zu modernisieren.

Oberbürgermeister Prof. Dr. Ulli Meyer ordnete den Neubau in die langfristige Strategie seiner Stadt ein. Mit dem FGTS-Gebäude investiere man gezielt in die Zukunft der Kinder und Familien. „Die neue FGTS ist deshalb weit mehr als ein Gebäude – er ist ein wichtiger Beitrag für Chancengleichheit, Familienfreundlichkeit und einen zukunftsfähigen Bildungsstandort“, sagte Meyer. Gerade mit Blick auf den Rechtsanspruch sei es das Ziel, in St. Ingbert frühzeitig starke und verlässliche Bildungsangebote zu schaffen. Für die Albert-Weisgerber-Schule beginnt damit ein neues Kapitel – mit deutlich mehr Platz für das, was guter Ganztag leisten soll.

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