Foto: AWO Landesverband Saarland e.V.
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Pfändungen gehören längst nicht mehr zu den seltenen Ausnahmen. Bundesweit kommen Monat für Monat rund 300.000 neue Fälle hinzu – und auch im Landkreis Saarlouis sind Hunderte Menschen betroffen. Damit Betroffene in dieser Situation überhaupt noch handlungsfähig bleiben, braucht es ein Pfändungsschutzkonto. Genau diesem Instrument widmet die Schuldnerberatung der AWO Saarland einen kostenlosen Infoabend im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung.

Der Vortrag findet am Mittwoch, dem 17. Juni 2026, um 17 Uhr in den Räumen des AWO Betreuungsvereins Saarlouis im Prälat-Subtil-Ring 3a statt – im 4. Obergeschoss des Gebäudes, in dem auch das AWO-Seniorenzentrum untergebracht ist. Wer teilnehmen möchte, wird gebeten, sich vorab telefonisch unter (06831) 94690 anzumelden.

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Referent ist Julian Heine, Jurist und seit 2024 als Schuldnerberater in der Saarlouiser Beratungsstelle tätig. Sein Anliegen: möglichst verständlich erklären, wie das sogenannte P-Konto funktioniert, wem es nutzt und wo die Tücken liegen. Denn ohne dieses besondere Konto kann eine Pfändung dazu führen, dass Betroffene plötzlich gar keinen Zugriff mehr auf ihr Geld haben – auch nicht auf den gesetzlich geschützten Sockelbetrag, der für den Lebensunterhalt vorgesehen ist.

„Wir in der Schuldnerberatung stellen Bescheinigungen aus, um diesen gesetzlichen Betrag auf der Bank zu erhöhen. Jedoch gibt es immer mehr Probleme, die den Kontoinhabern bereitet werden“, schildert Heine. In seinem Vortrag will er das gesamte Spektrum rund um das Pfändungsschutzkonto abdecken: Wer benötigt überhaupt ein P-Konto? Was genau schützt es? Welche Pflichten hat die Bank? Auch der Umgang mit überzogenen Konten und die Rolle des P-Kontos im Insolvenzverfahren stehen auf der Agenda.

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Die Leitfrage des Abends lautet schlicht: „Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P-Konto zum Problem wird.“ Heine will dabei nicht nur Theorie vermitteln, sondern konkrete Wege aufzeigen, wie Betroffene reagieren können, wenn die Bank trotz Schutzkonto den Zugriff verweigert.

Der Vortrag ist eingebettet in das umfangreiche Beratungsangebot der AWO-Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle in Saarlouis, die aktuell 624 Familien und Einzelpersonen betreut. Die Mitarbeitenden verhandeln mit Gläubigern über Vergleiche, Ratenzahlungen oder Stundungen, begleiten Insolvenzverfahren von der außergerichtlichen Einigung bis zur Antragstellung und helfen dabei, den Überblick über offene Forderungen zurückzugewinnen.

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Darüber hinaus geht es um die ganz alltäglichen Existenzfragen. „Wir leisten Haushalts- und Budgetberatung zur Unterstützung des Umgangs mit knappen Mitteln, helfen bei der Gläubigerermittlung und Überprüfung von Forderungen, klären über Sozialleistungsansprüche auf, helfen bei der Durchsetzung von Pfändungsschutz, geben Unterstützung beim Erhalt der Wohnung oder der Energieversorgung und stellen bei Bedarf die erforderliche Bescheinigung für ein Pfändungsschutzkonto aus“, fasst Heine zusammen. Für viele Betroffene sei diese fachkundige Begleitung der einzige Ausweg aus einem Teufelskreis, in dem sie längst die Kontrolle verloren hätten.

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