Die gezeigten SDG-Würfel sind Teil der Fotoausstellung in der Kreisverwaltung. Die künftigen Aktivitäten des Fairtrade-Landkreises werden auch die UN-Nachhaltigkeitsziele – kurz SDGs (Sustainable Development Goals) - behandeln. - Bild: Katharina Kulakow

Der Saarpfalz-Kreis wurde im Januar 2015 als 307. Fairtrade-Town in den Reigen der inzwischen deutschlandweit 735 Fairtrade-Towns aufgenommen. Das globale Netzwerk der Fairtrade-Towns umfasst über 2.000 Fairtrade-Towns in insgesamt 36 Ländern, darunter Großbritannien, Schweden, Brasilien und der Libanon Alle zwei Jahre steht die Rezertifizierung an. Der gemeinnützige Verein TransFair e.V. bestätigte, dass weiterhin alle fünf Kriterien der Fairtrade-Towns Kampagne erfüllt sind und der Kreis den Titel weitertragen darf.

Landrat Dr. Theophil Gallo freute sich über die Titelverländerung: „Fair Handeln bedeutet auch nachhaltig Handeln. Wir leben in der Biosphärenregion Bliesgau, die uns verpflichtet, nachhaltiges Handeln zu verankern und die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen umzusetzen. Dabei möchten wir den Blick auf die Länder des Südens nicht verlieren. Insbesondere in Zeiten der Pandemie müssen wir auch die Produzentinnen und Produzenten unterstützen. Die kommunale Beschaffung hat einen großen Anteil am allgemeinen Auftragsvolumen. Ökologische und soziale Aspekte werden in unseren Ausschreibungen mitbewertet.“

Repräsentationsgeschenke und Verbrauchsmaterialien wie Kaffee, Tee oder Zucker kommen in der Kreisverwaltung möglichst aus fairem und regionalem Handel. Im Laufe der Jahre hat sich eine gute Kooperation mit der Fairtrade Initiative Saarland, den Fairtrade-Towns Blieskastel, Homburg, Kirkel und St. Ingbert, den drei Fairtrade-Schools und den drei Fairen Kitas entwickelt. Gemeinsam informiert und sensibilisiert man über die Arbeits- und Lebensbedingungen im globalen Süden wie bei der Flower-Power-Aktion, dem Coffee-Fairday, der Fairen Woche oder der Fairen Schultüte. „Corona-bedingt waren die Aktivitäten in 2020 reduziert. Trotzdem konnten wir mit den Weltläden in St. Ingbert und Homburg eine Online-Bestellmöglichkeit für die Faire Schultüte realisieren. Hierzu hatte die Kita St. Franziskus aus St. Ingbert eigens im Weltladen ein Video gedreht, das die Produkte zeigt und über deren Youtube-Kanal zu sehen war“, informiert Beate Ruffing für die AG Fairtrade bei der Kreisverwaltung.

Das interkulturelle Backen in der Vorweihnachtszeit „Backen verbindet über alle Ländergrenzen und Sprachbarrieren hinweg“ musste wie so vieles abgesagt werden. Die Aktion fand seit zwei Jahren mit der Fairtrade-Stadt Homburg und dem Verein Frau&Gesellschaft im Homburger Frauenforum statt. Die Fotoausstellung „Fairer Handel im Kontext zu den UN-Nachhaltigkeitsziele“, die es beim Kreis zur Ausleihe gibt, konnte wegen des Zugangsbeschränkungen in der Kreisverwaltung nur von einem eingeschränkten Kreis Interessierter gesehen werden.

Die künftigen Aktivitäten werden auch die UN-Nachhaltigkeitsziele – kurz SDGs (Sustainable Development Goals) – behandeln. Nach den Online-Veranstaltungen zur Fashion Revolution Week in Kooperation mit der Fairtrade Initiative Saarland und der Fairtrade-Stadt Homburg ist ein weiteres digitales Format vorgesehen. Auf Anregung von Pastoralreferent Steffen Glombitza aus Niederwürzbach, Mitglied der Fairtrade-Steuerungsgruppe, ist ein Web-Seminar „Faire Grabsteine – keine Steine aus ausbeuterischer Kinderarbeit“ in Planung. Es wird neben den Friedhofssatzungen auch um Natursteine aus verantwortlichen Lieferketten gehen. Fachleute aus dem Eine-Welt-Promotor*innen-Programm und lokale Steinmetzbetriebe werden dabei sein. Eingeladen sind Interessierte und Verantwortliche in Politik und Verwaltung aus den Fairtrade-Kommunen.

 

 

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