Wie nah Frankreich und das Saarland im kulturellen Alltag tatsächlich beieinanderliegen, ließ sich bei der zweiten Auflage der „Dialog(ue) der Villa Europa“ deutlich erkennen. Vertreterinnen und Vertreter aus Kulturinstitutionen, Hochschulen und der freien Szene kamen zusammen, um die kulturpolitischen Leitlinien des Landes mit konkretem Leben zu füllen und neue Wege der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu skizzieren.
Für Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot ist diese Form des Austauschs weit mehr als ein diplomatischer Termin. „Kultur verbindet Menschen über Grenzen hinweg und schafft Räume für Austausch, Verständnis und Vertrauen“, betonte sie. Gerade in einer Grenzregion wie dem Saarland seien deutsch-französische Kooperationen Teil der kulturellen Identität. Die Dialoge zeigten, „wie lebendig und vielfältig diese Zusammenarbeit bereits heute ist“, und leisteten einen Beitrag zur Frankreichstrategie+ wie zu einem Europa, das von Begegnung lebe.
Organisiert wurde das Treffen gemeinsam vom saarländischen Bildungs- und Kulturministerium, dem französischen Kulturministerium in der Region Grand Est sowie dem Institut d’Études Françaises. Inhaltlich knüpfte die Veranstaltung an die im Dezember 2025 vorgestellten Kulturpolitischen Leitlinien an, insbesondere an die Leitlinien zwei und drei, die den Dialog und die Rolle des Saarlandes als europäischer Kulturraum im Herzen der Großregion in den Mittelpunkt rücken.
Generalkonsul Jérôme Spinoza unterstrich die besondere Stellung der Region. Die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit beruhe hier auf einer „sehr aktiven grenzüberschreitenden Dynamik“ und sei zugleich eine Priorität des Institut Français d’Allemagne. Das zweite Treffen in der Villa Europa habe viele Ideen für weitere Impulse hervorgebracht, sagte Spinoza. Besonderes Augenmerk wolle man künftig auf die Jugendarbeit und die Öffnung zur breiteren frankophonen Welt legen.
Vorgestellt wurden bereits etablierte Projekte wie die Maison Européenne de la Culture (La MEC) in Dieuze und „Les Ateliers Ouverts de Plan d’Est“, ergänzt um einen Überblick zu Interreg-Fördermöglichkeiten. An vier parallelen Runden Tischen tauschten sich die Gäste anschließend offen über die Kooperation institutioneller Kulturträger, die Vernetzung der Hochschulen für Bildende Kunst, die Zusammenarbeit der Musikhochschulen sowie gemeinsame Theaterperspektiven aus. Im Garten der Villa Europa wurden danach bestehende Kontakte vertieft und neue Verbindungen geknüpft.
Zusätzliches Gewicht erhielt der Termin durch ein Jubiläum: Das Institut d’Études Françaises feiert 2026 sein 70-jähriges Bestehen. Seit Jahrzehnten zählt es zu den tragenden Partnern bei der Umsetzung der Frankreichstrategie+ und prägt mit seinem Kultur- und Bildungsangebot den Austausch zwischen beiden Ländern.
„Das Institut d’Études Françaises, gegründet im Jahr 1956, ist ein deutsch-französisches Kulturzentrum und somit ein Ort des Dialogs, der allen offensteht“, erklärte dessen Leiterin Prof. Dr. Anne-Sophie Donnarieix. Man freue sich, grenzüberschreitende Projekte in Kunst, Musik, Literatur und Theater sichtbar zu machen. Ihr Appell fiel deutlich aus: „In einer Zeit, in der manche unsere Grenzen schließen möchten, ist es von entscheidender Bedeutung, diese für die Region so wichtige transnationale Dynamik zu fördern.“





















