Symbolbild

Die Arbeitskammer (AK) schaut skeptisch auf das Wirtschaftsjahr 2019. Sie erwartet keine zunehmende wirtschaftliche Dynamik – das BIP-Wachstum dürfte das diesjährige kaum übersteigen und abermals deutlich hinter dem bundesweiten Wachstum bleiben (Prognosen Bund: +1,5 bis +1,9 Prozent). 

Sollte sich die Konjunktur weiterhin eher verhalten entwickeln, könnte das negative Folgen für den Arbeitsmarkt haben, so Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der AK. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung prognostiziert für das Saarland einen Anstieg der Beschäftigten um 1,0 Prozent, im Bund werden +1,8 Prozent erwartet. In einem pessimistischen Szenario drohen hierzulande sogar Beschäftigungsverluste von -0,4 Prozent. Vor allem die Kfz-Industrie bereitet Sorgen.

Aber auch die Zunahme außenwirtschaftlicher Risiken könnte sich negativ auf die Saarwirtschaft auswirken. Dieselabgasskandal, Digitalisierung oder Elektromobilität stellen enorme Herausforderungen dar. Bereits in diesem Jahr sind Bestellungen, Umsätze und Produktion gesunken. Das Statistische Amt führt dies auf produktionstechnische Umstellungen zurück. „Bleibt zu hoffen, dass sich im kommenden Jahr entsprechende Nachholeffekte bemerkbar machen und die saarländische Kfz-Industrie wieder an Fahrt gewinnt“, so Otto. 

„Vor allem angesichts der drohenden Hemmnisse im Außenhandel ist ein kraftvoller Binnenmotor von enormer Wichtigkeit für die Stärkung der Konjunktur. Höhere Löhne und sichere Arbeitsplätze sowie eine Steigerung der Verteilungsgerechtigkeit im Zuge einer angemessenen Steuerpolitik können zu einem verstärktem Konsum und zunehmender privater Investitionstätigkeit führen. Daneben bedarf es nachhaltiger Wachstumsimpulse durch die Ausweitung der öffentlichen Investitionen“, so Otto.

2018 entwickelte sich die Arbeitslosigkeit erfreulich. Bis November 2018 ging die Zahl an Arbeitslosen um -7,0 Prozent auf rund 30.000 Personen zurück. Das ein historischer Höchststand von 395.900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und ein Rückgang um 1,4 Prozent. Im Bundesländervergleich belegt das Saarland damit aber nur den drittletzten Platz, bundesweit stieg die Beschäftigung um +2,3 Prozent. 

Auch die Qualität der neu entstandenen Jobs genügten oft nicht den Kriterien Guter Arbeit: So ist im Saarland noch immer gut jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte im Niedriglohnsektor beschäftigt. Otto abschließend: „Insgesamt hat sich die jahrelang anhaltende Hochkonjunktur in Deutschland im Saarland kaum positiv bemerkbar gemacht. Die Wirtschaftskraft an der Saar ist nur geringfügig gewachsen“.

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