Foto: Ministerium für Bildung und Kultur

Kein Kind soll am ersten Schultag verstummen, weil ihm schlicht die passenden Worte fehlen. Dieses Leitbild stellte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot bei ihrem Besuch an der Grundschule Wellesweiler in Neunkirchen in den Mittelpunkt. Dort machte sie sich ein eigenes Bild davon, wie das Landesprogramm „Startklar Deutsch“ Kinder frühzeitig auf ihren Schulstart vorbereitet.

Während einer gemeinsamen Sprachfördereinheit beobachtete die Ministerin, wie die Mädchen und Jungen spielerisch ihren Wortschatz erweitern. Für sie geht es dabei um weit mehr als Vokabeln. „Jedes Kind hat das Recht, gut vorbereitet in die Schule zu starten. Sprache ist dafür eine entscheidende Voraussetzung“, betonte Streichert-Clivot. Gerade Kinder ohne Kita-Platz dürften nicht ins Hintertreffen geraten, denn Bildungschancen dürften nicht davon abhängen, ob ein Platz zur Verfügung stehe.

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Das sogenannte Ersatzangebot in Wellesweiler richtet sich genau an jene Kinder, bei denen ein Sprachförderbedarf festgestellt wurde. Ermittelt wird dieser bereits bei der Schulanmeldung mithilfe der digitalen „Wuschel-App“. Vier Kinder nehmen derzeit teil und erhalten eine Förderung durch Lehrkräfte, die mit pädagogischer Begleitung kombiniert wird. Getragen wird das im September 2026 gestartete Angebot vom Arbeiter-Samariter-Bund, finanziert vom Ministerium für Bildung und Kultur.

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Für den ASB ist dieses Engagement eine Herzensangelegenheit. „Sprache ist der Schlüssel zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe“, sagte Lukas Münninghoff, Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft für Sozialeinrichtungen des ASB mbH. Deshalb sei es wichtig, Kinder mit Förderbedarf so früh wie möglich zu unterstützen. Der Verband bringe seine langjährige Erfahrung und pädagogische Kompetenz in die Zusammenarbeit mit dem Ministerium, dem Landkreis, der Kreisstadt als Schulträger und der Schule selbst ein.

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Neben dem Ersatzangebot besichtigte die Ministerin auch das Brückenangebot am Standort. Dieses steht Kindern offen, die im Jahr vor der Einschulung keinen Kita-Platz bekommen haben, und zwar unabhängig von ihren sprachlichen Fähigkeiten. Drei Kinder werden hier aktuell begleitet, finanziert vom Landkreis Neunkirchen.

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Wie vielschichtig die Aufgabe tatsächlich ist, machte Schulleiterin Petra Peifer deutlich. „Kinder dürfen nicht aufgrund ihrer Lebensumstände mit schlechteren Startbedingungen in die Schule kommen“, sagte sie. Immer wieder erlebe sie Kinder, die vor Schulbeginn kaum Gelegenheit hatten, eine Kindertageseinrichtung zu besuchen. Es gehe dabei um Sprache, aber ebenso um soziale Kompetenzen, Selbstständigkeit, Konzentration, Motorik sowie um das Einüben von Regeln und Ritualen. Der frühe Kontakt schaffe Vertrauen und einen ersten Zugang zur Schule.

Die Grundschule Wellesweiler ist eine von 28 Schulen, die an der Modellphase teilnehmen. Insgesamt wird „Startklar Deutsch“ an 28 Grundschulen und 89 Kitas im Saarland erprobt. Bereits zwei Jahre vor der Einschulung werden die sprachlichen Kompetenzen erfasst, im letzten Jahr folgt die gezielte Förderung. Weitere Ersatzangebote laufen in Neunkirchen-Steinwald und Saarlouis-Roden, ein zusätzlicher Standort in Völklingen soll im November folgen. Ab August 2028 wird das Programm verbindlich umgesetzt.

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