Nach den Spielen am Freitag und Samstag ist der FC 08 Homburg zunächst auf Platz sieben zurückgefallen. Ein Beinbruch ist das nicht – schließlich können die Grün-Weißen am heutigen Sonntag ab 14:00 Uhr selbst nachlegen. Mit einem Sieg beim SSV Ulm 1846 würde der FCH den Kontakt zu den vorderen Plätzen halten. Einfach dürfte das allerdings nicht werden. Denn der Tabellenvorletzte aus Ulm ist sicherlich stärker einzuschätzen, als es die neun Punkte vermuten lassen.
Mit 19 Zählern aus zwölf Spielen geht Homburg in den 13. Spieltag. Zuletzt gelang nach zuvor vier sieglosen Partien der wichtige 2:1-Heimerfolg gegen die zweite Mannschaft des SC Freiburg. Die Ausgangslage ist dabei durchaus interessant: Mit drei Punkten in Ulm würde Homburg den Anschluss an die Spitzengruppe halten, auch wenn der Abstand auf Platz eins weiterhin fünf Zähler betragen würde. Bleibt der Sieg dagegen aus, würde die Lücke zu den vorderen Plätzen spürbarer werden.
Rein nach der Tabelle geht der FCH als Favorit in die Partie. Ulm steht mit neun Punkten auf dem vorletzten Rang und musste bis zum elften Spieltag auf den ersten Saisonsieg warten. Wer sich allerdings den Kader der Spatzen anschaut, erkennt schnell, dass dieser Tabellenplatz kaum zum vorhandenen Personal passt. Zahlreiche Spieler bringen Erfahrung aus der 2. und 3. Liga mit. Auch Roland Seitz warnt deshalb davor, den Gegner nach der Tabelle zu beurteilen. „Man darf Ulm nicht am Tabellenplatz messen, wenn man die Spieler sieht, die dort vorhanden sind“, sagt der Homburger Trainer. Viele Akteure hätten nicht ohne Grund höherklassig gespielt. Seine Erwartung ist entsprechend klar: „Es wird sicher ein heißes Match werden.“
Hinzu kommt, dass sich die Ulmer zuletzt stabilisiert haben. Ende September trennte sich der Verein von Daniel Jungwirth, zwischenzeitlich übernahm der frühere Homburger Trainer Timo Wenzel, inzwischen steht Alois Schwartz an der Seitenlinie. Seitdem blieb der SSV in drei Ligaspielen ungeschlagen. Nach dem ersten Saisonsieg gegen Eintracht Frankfurt II folgten Unentschieden gegen Hessen Kassel und Mainz 05 II. Schwartz hat zunächst vor allem daran gearbeitet, seiner Mannschaft wieder Stabilität zu geben. „Es ist immer einfacher, die Tore zu verteidigen, als sie zu schießen“, sagte der Ulmer Trainer vor der Partie. In den vergangenen Spielen sei es gelungen, die Zahl der Gegentreffer deutlich zu reduzieren. Gleichzeitig erspiele sich seine Mannschaft inzwischen wieder zahlreiche Möglichkeiten – nun müsse nur noch der Ertrag steigen.
Auch die Einschätzung des FCH fällt in Ulm deutlich respektvoller aus, als es der aktuelle siebte Tabellenplatz vielleicht vermuten lässt. Schwartz sieht Homburg als eine Mannschaft, „die im oberen Drittel steht und da auch hingehört“. Der FCH sei stabil und spielstark, mit erfahrenen Spielern verstärkt worden und werde für seine Mannschaft „eine harte Nuss“. Genau darin liegt die Schwierigkeit dieser Partie: Beide Mannschaften brauchen Punkte. Homburg will den Anschluss nach vorne nicht verlieren, Ulm muss sich möglichst schnell aus dem Tabellenkeller arbeiten. Von einem klassischen Duell zwischen einem Team aus dem oberen Mittelfeld und einem abgeschlagenen Vorletzten kann deshalb kaum die Rede sein.
Für den FCH wird es vor allem darum gehen, den Schwung aus dem Freiburg-Spiel mitzunehmen. In den Wochen zuvor hatte sich die Mannschaft mehrfach nicht ausreichend für ihre Leistungen belohnt. Gegen Freiburg gelang zuletzt wieder ein Sieg – nun wäre es wichtig, direkt nachzulegen. Seitz erwartet dabei vor allem Widerstandsfähigkeit. Ulm werde vor heimischem Publikum auf den zweiten Saisonsieg drängen und unter dem neuen Trainer mit neuem Selbstvertrauen auftreten. „Wir müssen uns wehren und dagegenhalten“, fordert der FCH-Coach. Gleichzeitig freue sich seine Mannschaft auf das Spiel und die Kulisse im Donaustadion.
Personell fehlen weiterhin Frederik Schumann und Jacob Roden. Beim Stürmer gibt es allerdings Fortschritte: Nach seinem Syndesmosebandriss hat Roden inzwischen das Mannschaftstraining wieder aufgenommen. Für einen Einsatz in Ulm kommt die Partie aber noch zu früh. Für den FCH wäre ein Sieg mehr als nur der nächste Dreier – er würde bestätigen, dass die Mannschaft nach den zuletzt mehrfach liegen gelassenen Punkten wieder in die richtige Richtung findet.



















