HOMBURG1 | SAARLAND NACHRICHTEN
Laut einer Erhebung des Saarländischen Rundfunks ist die Gesamtzahl der Studierenden hierzulande im Vier-Jahres-Vergleich (Stand Studienjahr 2015/16) gestiegen. Allerdings müssen Saar-Uni und HTW einen deutlichen Rückgang bei der Zahl der Studienanfänger hinnehmen (Uni -10,97 Prozent, HTW -9,41 Prozent). Hierzu erklärt der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Neyses:

„Der Rückgang bei den Studienanfängern an der HTW und der Saar-Uni macht deutlich, wie negativ sich der von der Landesregierung verordnete Sparzwang schon jetzt auswirkt. Es ist zu befürchten, dass sich dieser Trend fortsetzen wird, zumal gerade an der Universität die wirklich herben Einschnitte im Lehr- und Serviceangebot wohl erst noch folgen werden. Der Rückbau von Fakultäten, zu dem die Uni aufgrund der gekürzten Landesmittel gezwungen ist, dürfte mittelfristig zu weiteren Fächerschließungen führen.

Außerdem ist zu befürchten, dass Zeitverträge wissenschaftlicher Mitarbeiter nicht verlängert werden können, wodurch wichtige Serviceangebote und Tutorien für Studierende zusammengestrichen werden müssen. All dies führt letztlich dazu, dass die Landesregierung die Universität für Nachwuchswissenschaftler und Studieninteressierte mehr und mehr unattraktiv macht.

Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer muss endlich erkennen, dass sie mit diesem Sparkurs einen erheblichen Imageverlust für die saarländische Hochschullandschaft riskiert. Sie darf die Hochschulen nicht länger als wirtschaftliche Belastung für das Land, sondern muss sie als Zukunftswerkstätten und Wirtschaftsmotor begreifen. Nur mit einer ausreichenden Finanzausstattung werden die Hochschulen in die Lage versetzt, ein vielfältiges Forschungs- und Fächerangebot vorzuhalten. Das ist Grundvoraussetzung dafür, Studierende und Wissenschaftler im Saarland zu halten und auch für Studieninteressierte aus anderen Bundesländern und dem Ausland nachhaltig attraktiv zu bleiben. Diese Menschen tragen mit ihrer Arbeitskraft positiv zur konjunkturellen Entwicklung bei und sind mitentscheidend, um dem bevorstehenden Fachkräftemangel in unserem Land zu begegnen.“

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