Bild: Taken/Pixabay
Anzeige

Die Alte Schule in Hassel bekommt nach Monaten des Leerstands eine neue Bestimmung – zumindest auf Zeit. Ab dem Schuljahr 2026/2027 soll der Verein Montessori Saarpfalz e.V. das Gebäude in der Schulstraße nutzen, um dort die erste Stufe einer weiterführenden Gemeinschaftsschule einzurichten. Geplant ist der Unterricht ab Klassenstufe 7, die Zwischennutzung ist auf zwei Jahre angelegt. Für den Stadtteil Hassel bedeutet das: Ein leerstehendes Gebäude wird sinnvoll bespielt, und das Bildungsangebot vor Ort wächst.

Der Hintergrund ist eine Art kommunales Domino-Spiel mit mehreren Bausteinen. Der Montessori-Verein benötigt dringend Schulräume, weil er die eigentlich vorgesehene Wiesentalschule noch nicht beziehen kann. Dort ist derzeit noch eine Grundschule untergebracht, die erst in die Ludwigschule umziehen muss, bevor die Montessori-Gemeinschaftsschule nachrücken kann. Die Alte Schule in Hassel bietet sich als Übergangslösung an – eine gemeinsame Begehung mit Vertretern des Vereins hat bereits ergeben, dass sich die Räumlichkeiten für den geplanten Schulbetrieb eignen.

Anzeige

Dass das Gebäude überhaupt zur Verfügung steht, hängt mit einer weiteren Entwicklung in Hassel zusammen. Ursprünglich sollte die Alte Schule zum Ersatzstandort für die gegenüberliegende Kita Sonnenblume umgebaut werden, deren baulicher Zustand erhebliche Mängel aufweist. Doch inzwischen wurde eine andere Übergangslösung für die Kinderbetreuung gefunden. Die marode Kita wird zurückgebaut, an gleicher Stelle soll ein moderner Neubau entstehen. Die evangelische Kirche verhandelt bereits mit der Stadt St. Ingbert über die Übertragung des Geländes, während die Kinder in einem Ausweichquartier betreut werden.

Zuvor hatte die Musikschule der Stadt St. Ingbert ihren Sitz in der Alten Schule, ehe sie in die ehemalige Justizvollzugsanstalt umzog. Seitdem stand das Gebäude leer. Wichtig für die Hasseler Dorfgemeinschaft: Die Alte Schulturnhalle bleibt von der neuen Nutzung unberührt und steht Vereinen sowie der Bevölkerung weiterhin als Veranstaltungsstätte offen. Auch bestehende Mietverhältnisse im Gebäude werden nicht angetastet. Die Montessori-Grundschule wiederum verbleibt an ihrem bisherigen Standort in Oberwürzbach und ist von der Hasseler Lösung nicht betroffen.

Anzeige

Ortsvorsteher Markus Hauck sieht in der Vereinbarung gleich mehrere Probleme auf einmal gelöst. „Mit dieser Lösung können wir kurzfristig den Betrieb der Kita Sonnenblume weiterführen und gewinnen die notwendige Zeit, um eine nachhaltige und zukunftsfähige Lösung umzusetzen“, sagte Hauck. Zugleich entstehe eine pragmatische Nutzung für die Alte Schule, die auch die Weiterentwicklung des Bildungsangebots in Hassel unterstütze.

Die Zwischennutzung zeigt, wie eine Kommune mit begrenzten Ressourcen und mehreren parallelen Baustellen kreativ jonglieren kann. Statt ein Gebäude jahrelang dem Verfall zu überlassen, wird es zum Baustein in einer Kette aufeinander abgestimmter Übergangslösungen – von der Kinderbetreuung bis zur Schulentwicklung. Ob der enge Zeitplan mit all seinen Abhängigkeiten tatsächlich aufgeht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein