HOMBURG1 | SAARLAND NACHRICHTEN

Auf Antrag der Grünen-Fraktion hat die Landesregierung im heutigen Umweltausschuss über die Praxis bei der Enthornung von Kälbern berichtet. Zu den Ergebnissen erklärt der der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Landtagsfraktion, Michael Neyses:

„Im Saarland kommen pro Jahr rund 20.000 Kälber zur Welt. Laut Angaben der Landesregierung werden rund 15.000 davon wenige Wochen nach der Geburt enthornt, vor allem in der konventionellen Landwirtschaft. Damit soll vermieden werden, dass sich die Tiere aufgrund der oft beengten Platzverhältnisse gegenseitig verletzen. Um den Kälbern bei diesem Eingriff nicht unnötige Schmerzen zuzufügen, hat Bundesagrarminister Schmidt bereits im September 2014 eine Tierschutzinitiative auf den Weg gebracht. Darin wird gefordert, dass Beruhigungsmittel bei solchen Eingriffen eingesetzt werden.

Doch ob sich die Landwirtinnen und Landwirte an diese Vorgabe halten, wird von der Landesregierung nicht kontrolliert. Dies hat sie im heutigen Ausschuss eingeräumt. Sie nimmt schlicht an, dass Beruhigungsmittel verabreicht werden, solange es nicht zu Beanstandungen kommt. Wir halten dies angesichts der Schwere eines solchen Eingriffs, der bei den Tieren erhebliche Schmerzen verursachen kann, für absolut unzureichend.

Wir fordern von der Landesregierung, endlich umfassend  zu kontrollieren, ob bei den Eingriffen tatsächlich in jedem Fall Beruhigungsmittel verabreicht werden. Darüber hinaus muss sie eine Bundesratsinitiative ergreifen, um den Einsatz dieser Mittel rechtlich verbindlich festzuschreiben. Wir brauchen mehr als die ,verbindliche Freiwilligkeit‘ durch die Initiative von Agrarminister Schmidt, wenn es um das Wohl der Tiere geht.

Darüber hinaus sehen wir Umweltminister Jost in der Pflicht, die Umstellung auf die Ökolandwirtschaft im Saarland weiter zu fördern und entsprechende Mittel bereitzustellen. Denn in der ökologischen Landwirtschaft sind die Haltungsbedingungen für die Tiere durch die sogenannte extensive Haltung aufgrund der großzügigeren Platzverhältnisse wesentlich besser. Dadurch werden auch Kämpfe zwischen den Tieren vermieden, was die Enthornung überflüssig macht. Schließlich gilt unser Appell den Verbraucherinnen und Verbrauchern, verstärkt auf ökologisch hergestellte Produkte zu setzen.“

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