Radfahrer haben in der Poststraße freie Fahrt in beide Richtungen. — Foto: Giusi Faragone
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Ein zentrales Verkehrsprojekt in St. Ingbert ist unter Dach und Fach: Mit der formellen Abnahme durch den Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) gelten die Umbauarbeiten an der Kohlenstraße sowie die neue Radwegführung in der Poststraße als offiziell abgeschlossen. Damit endet eine Baumaßnahme, die das Verkehrsgefüge im Innenstadtbereich spürbar neu sortiert.

Kernstück der Neuordnung ist eine veränderte Spurführung an mehreren neuralgischen Punkten. Wer aus Richtung Schlachthofstraße kommt, fährt nun über die Kreuzung Kohlenstraße/Rickertstraße geradeaus weiter in Richtung Otto-Toussaint-Straße. Auch der Knotenpunkt an der St.-Barbara-Straße wurde an die neue Logik angepasst, um den Verkehr gleichmäßiger durch das Stadtgebiet zu leiten.

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Deutlich verändert hat sich das Bild in der Poststraße. Dort steht dem motorisierten Verkehr künftig nur noch eine Fahrspur zur Verfügung, dazu gilt Tempo 30. Radfahrer profitieren von einem Lückenschluss, der die Verbindung zwischen Homburg und Saarbrücken merklich verkürzt: In Fahrtrichtung Rohrbach rollen sie gemeinsam mit den Autos, in der Gegenrichtung steht ihnen eine eigene Spur zur Verfügung.

Für Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer fügt sich die Maßnahme in eine größere Strategie ein. „Mit dem Abschluss dieses wichtigen Verkehrsprojekts setzen wir einen weiteren Baustein unseres Innenstadtkonzeptes um. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass der Verkehr deutlich besser von West nach Ost durch das Stadtgebiet fließt. Gleichzeitig haben wir die Aufenthaltsqualität in der Poststraße verbessert und die Bedingungen für Radfahrer gestärkt“, so Meyer.

Dass die Umstellung nicht über Nacht in den Köpfen ankommt, räumt Markus Schmitt offen ein. „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, deswegen wird es eine gewisse Eingewöhnung brauchen. Aber als Radfahrer konnte ich jetzt schon den Vorteil spüren, und wenn die gegenseitige Rücksicht und die Entschleunigung im Innenstadtbereich angenommen wurde, werden viele St. Ingerterinnen und St. Ingberter die Verbesserungen spüren“, betont er.

Die ersten Verkehrsbeobachtungen sprechen die Sprache der Planer. Die Ströme verteilen sich gezielter, ein Teil des Verkehrs verlagert sich auf die Kohlenstraße und den Inneren Ring. Die Innenstadt wird auf diese Weise entlastet, während die Poststraße als Radverbindung sichtbar an Bedeutung gewinnt.

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Finanziell schlägt das Projekt mit rund zwei Millionen Euro zu Buche. Davon trägt das Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz etwa 626.000 Euro als Förderung. Für die Stadt St. Ingbert ist damit nicht nur eine Baustelle, sondern auch ein verkehrspolitischer Anspruch erfüllt: mehr Fluss für den motorisierten Verkehr, mehr Raum für den Radverkehr und eine Innenstadt, die ein Stück lebenswerter werden soll.

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