Das 44. Dorffest in Reiskirchen ist inzwischen schon wieder fast zwei Wochen her. Gefeiert wurde vom 12. bis 14. Juni – und wer an diesem Wochenende auf dem Festplatz unterwegs war, merkte schnell, warum dieses Fest im Ort seit so vielen Jahren seinen festen Platz hat. Es war kein großes Spektakel, das sich nach außen drängen musste. Es war eher dieses vertraute Miteinander, das Dorffeste ausmacht: viele bekannte Gesichter, Kinder zwischen den Ständen, Gespräche im Vorbeigehen und Vereine, die sichtbar gemeinsam anpacken.
Bereits bei der Eröffnung am Freitagabend wurde deutlich, wie stark das Fest von ehrenamtlicher Arbeit getragen wird. Lothar Schackmann begrüßte die Gäste zum 44. Reiskircher Dorffest und dankte den teilnehmenden Vereinen. Alle Vereine im Ort seien beteiligt, sagte er sinngemäß. Aufbau, Organisation und Ablauf würden gemeinsam getragen – und genau das sei die Grundlage dafür, dass ein solches Fest Jahr für Jahr gelingen könne.
Besonders auffällig war schon zum Auftakt, wie viele Kinder auf dem Platz waren. Auch Markus Schaller, der als Vertreter des Landrates vor Ort war, griff diesen Eindruck auf. Nach dem Brezelumzug habe sich der Platz spürbar gefüllt, viele Eltern seien mit ihren Kindern geblieben, um gemeinsam den Abend zu verbringen. Für ein Dorffest ist das vielleicht eines der besten Zeichen: Es wird nicht nur von einer Generation getragen, sondern bleibt auch für Familien selbstverständlich.
Der Landrat hatte auch in diesem Jahr die Schirmherrschaft für das Reiskircher Bürgerfest übernommen, konnte aber wegen weiterer Termine im Kreis nicht persönlich teilnehmen. Schaller überbrachte die Grüße aus dem Saarpfalz-Kreis und dankte den Vereinsvertretern, Helfern und allen, die beim Aufbau und der Organisation mitgeholfen hatten. Ohne diesen Einsatz wäre ein Wochenende wie dieses kaum möglich.
Auch Esra Limbacher stellte vor dem Fassanstich den Dank an die Organisatoren in den Mittelpunkt. Er lobte die Arbeit des Bürgervereins und der Reiskircher Vereine, die dieses Fest Jahr für Jahr auf die Beine stellen. „Das ist außergewöhnlich“, sagte Limbacher und bat um Applaus für alle, die an der Vorbereitung beteiligt waren.
Der Fassanstich selbst wurde dann mit guter Laune und ohne lange Reden erledigt. Gemeinsam übernahmen Esra Limbacher und Markus Schaller diese Aufgabe und eröffneten damit den Freitagabend offiziell. Es war einer dieser Momente, die bei Dorffesten dazugehören: ein bisschen Spannung, ein bisschen Humor, dann der erste Ausschank – und danach geht das Fest erst richtig los.
Rückblickend zeigte das Wochenende vor allem, wie gut das Dorffest im Ort verankert ist. Reiskirchen feierte nicht überdreht, sondern bodenständig und nah an den Menschen. Gerade das macht solche Feste aus. Sie leben nicht von großen Inszenierungen, sondern von den vielen kleinen Dingen: den Helfern hinter den Ständen, den Vereinen beim Aufbau, den Kindern auf dem Platz, den Gesprächen am Rand und den Menschen, die jedes Jahr wiederkommen.
Dass dieses Dorffest bereits zum 44. Mal stattfand, ist deshalb mehr als eine Zahl. Es zeigt, dass es in Reiskirchen Strukturen gibt, die tragen. Und es zeigt, dass solche Veranstaltungen auch heute noch wichtig sind – nicht als Pflichttermin, sondern als Ort, an dem ein Stadtteil zusammenkommt und für ein Wochenende spürbar bei sich ist.
Knapp zwei Wochen später bleibt deshalb nicht nur die Erinnerung an den Fassanstich oder das Festprogramm. Es bleibt der Eindruck eines Wochenendes, das gezeigt hat, warum das Reiskircher Dorffest funktioniert: weil viele mitmachen, weil viele kommen und weil es offenbar immer noch genug Menschen gibt, denen dieses Fest am Herzen liegt.
Alle Bilder: Friedel Simon


















































































