Foto: MIBS/A. Weber
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Wer junge Menschen für die Feuerwehr begeistern will, braucht mehr als Theorie – das Saarland setzt deshalb auf Experimente zum Anfassen. Am 21. März 2026 übergab Innenminister Reinhold Jost gemeinsam mit der Saarländischen Jugendfeuerwehr (SJF) die ersten von insgesamt 54 Experimente-Koffern an die saarländischen Kreise und den Regionalverband. Das Projekt soll die Nachwuchsarbeit der Freiwilligen Feuerwehren im Land auf ein neues Fundament stellen.

Die Koffer enthalten Material für mehr als 30 verschiedene Versuche, die sich rund um die Kernthemen Brennen und Löschen drehen. Jugendliche Feuerwehranwärterinnen und -anwärter können damit feuerwehrrelevante Grundlagen nicht nur lesen, sondern selbst erleben. Ergänzt wird das praktische Equipment durch ein ausführliches Begleitkonzept, das Anleitungen, Sicherheitshinweise und digitale Lerninhalte bündelt. Konzeption, Beschaffung und die Erarbeitung sämtlicher Unterlagen lagen dabei vollständig in den Händen der Saarländischen Jugendfeuerwehr.

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Finanziell unterstützte das Innenministerium das Vorhaben mit 15.000 Euro. Zusätzlich flossen 5.000 Euro in die Anschaffung eines Anhängers, mit dem die Koffer flexibel zu den einzelnen Standorten transportiert werden können. Für Innenminister Jost ist das Geld gut angelegt: „Eine starke Nachwuchsarbeit ist eine der Grundlagen für leistungsfähige Feuerwehrarbeit. Mit der Förderung der Jugendfeuerwehr investieren wir gezielt in die Sicherheit und Zukunft unserer Kommunen.“

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Jost nutzte den Termin auch, um den ehrenamtlichen Einsatz der Feuerwehrleute im Saarland zu würdigen. Selbst die hochwertigste Infrastruktur und die beste Ausrüstung brächten nichts ohne die Menschen, die sich mit Herzblut dafür einsetzten, ihren Mitmenschen in Notsituationen zu helfen, betonte der Minister. Dieser Einsatz erfordere Zeit, Kraft, Ausdauer und Verlässlichkeit – und manchmal auch starke Nerven, weil die Verantwortung enorm sei. „Dafür haben sie größten Dank, tiefsten Respekt und höchste Anerkennung verdient“, so Jost.

Mit der Verteilung der Experimente-Koffer verfolgt das Saarland einen Ansatz, der über klassische Brandschutzerziehung hinausgeht. Statt trockener Lehrbuchstunden bekommen die Jugendgruppen Werkzeuge an die Hand, mit denen sie chemische und physikalische Zusammenhänge rund um Feuer und Löschmittel selbst erproben können. Gerade in Zeiten, in denen Freiwillige Feuerwehren vielerorts um Nachwuchs ringen, könnte ein solches Angebot den entscheidenden Unterschied machen – denn wer einmal selbst experimentiert hat, bleibt oft mit mehr Begeisterung dabei als jemand, der nur zugehört hat.

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Die 54 Koffer sollen nach und nach an alle Standorte im Land gelangen. Die Saarländische Jugendfeuerwehr koordiniert die Verteilung und steht den örtlichen Gruppen bei der Einführung des Materials beratend zur Seite. So wird aus einer einmaligen Fördermaßnahme ein langfristiges Bildungsprojekt, das die Basis für die Einsatzfähigkeit der saarländischen Feuerwehren von morgen legt.

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