Foto: Linda Barth
Anzeige

Rund 800 Kinder aus vier Schulen haben vergangene Woche im Sportzentrum Erbach ein deutliches Zeichen für Inklusion gesetzt – und sich dabei gemeinsam auf die Special Olympics Nationale Spiele eingestimmt, die im Juni im Saarland stattfinden. Unter den Teilnehmenden waren etwa 80 Kinder mit besonderem Förderbedarf. Genau dort, wo während der nationalen Spiele die Sportart Judo ausgetragen wird, verwandelte sich die Anlage für einen Tag in einen Ort, an dem Gemeinschaft nicht nur beschworen, sondern gelebt wurde.

Die Langenäcker-Grundschule, die Luitpoldschule sowie die Förderschulen Siebenpfeiffer und Oberlin hatten sich zusammengetan, um das erste inklusive Sportfest dieser Art in Homburg auf die Beine zu stellen. Die Idee dazu kam von Christian Ruppert, Konrektor der Langenäcker-Grundschule. Bereits Anfang des Jahres formierte sich ein schulübergreifendes Organisationsteam, das den Tag über Monate hinweg vorbereitete – mit einem Aufwand, der laut Ruppert einiges an Organisationstalent erforderte.

Anzeige

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot übernahm die Schirmherrschaft und begrüßte die Kinder und Jugendlichen persönlich. Auch Homburgs Beigeordneter Philipp Scheidweiler war vor Ort und fand klare Worte: „Dieses Sportfest zeigt eindrucksvoll, wie selbstverständlich und bereichernd gemeinsames Lernen, Spielen und Sporttreiben sein kann. Inklusion lebt von Begegnungen – und genau diese werden hier ermöglicht. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die mit großem Einsatz und viel Herzblut diesen besonderen Tag möglich gemacht haben.“ Scheidweiler würdigte damit eine Initiative, die weit über den üblichen Schulalltag hinausreicht.

Foto: Linda Barth

Die Stadt Homburg trug ihren Teil bei, indem sie das Sportzentrum zur Verfügung stellte und die Beschaffung einheitlicher T-Shirts für alle Teilnehmenden unterstützte. Die farbigen Shirts schufen nicht nur ein gemeinsames Bild, sondern symbolisierten den Zusammenhalt der vier Schulen. Das Kinder- und Jugendbüro der Stadt brachte sich mit Bewegungsspielen und einer Button-Maschine ein, an der die Kinder eigene Anstecker gestalten konnten. Bei gutem Wetter verlagerten sich viele Stationen nach draußen, was dem Fest eine zusätzliche Leichtigkeit verlieh.

Anzeige

Die Liste der Mitwirkenden liest sich wie ein Querschnitt durch das Vereinsleben der Region: Der TV Homburg mit seinen Abteilungen Fechten und Handball war ebenso vertreten wie der Handballverband Saar, der Judoclub Erbach, die JSG Höcherberg, der FC Homburg, der Juggersportclub Saarpfalz, die Sportkegler Erbach und die SG Erbach. Dazu kamen der KV Bebelsheim Schautanz, die Skipping Hearts, die Saarpfalz Shamrocks, der TC Erbach sowie eine neunte Klasse des Saarpfalz-Gymnasiums, die Cornhole und Minigolf anbot. Auch die Deutsche Herzstiftung und das Caritas Kinderzentrum Erbach beteiligten sich. Bemerkenswert dabei: Zahlreiche Ehrenamtliche nahmen sich eigens Urlaub oder reisten von weiter her an, um das Fest zu unterstützen.

In der Sporthalle sorgte ein gemeinsames Rahmenprogramm für besondere Momente – alle Kinder sangen und tanzten zusammen, unabhängig von Schulform oder Förderbedarf. Die Rückmeldungen aus den beteiligten Förderschulen und dem Bildungsbereich fielen durchweg positiv aus. Besonders der wertschätzende und offene Umgang der Kinder untereinander wurde hervorgehoben.

Anzeige

„Ein besonderer Dank gilt den beteiligten Vereinen und Institutionen, die mit ihren Angeboten maßgeblich zum Gelingen des Tages beitrugen“, sagte Christian Ruppert nach einer aus seiner Sicht gelungenen Premiere. Finanziell und organisatorisch trugen neben zahlreichen Sponsoren und Partnern aus der Region auch die Ortsräte Erbach und Reiskirchen sowie der städtische Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, Mirco Caster, das Fest mit. Das Sportfest soll kein einmaliges Ereignis bleiben: Bereits jetzt ist geplant, weitere gemeinsame inklusive Aktionen zwischen den Schulen zu organisieren – von spontanen Spielplatzbesuchen bis hin zu niedrigschwelligen Begegnungsformaten, die den Gedanken des Tages in den Alltag tragen.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein