Auf einer Strecke von rund 1,5 Kilometern wird der Spieser Mühlenbach derzeit ökologisch umgestaltet – ein Projekt, das weit über die Gemeindegrenzen von Spiesen-Elversberg hinaus Beachtung findet. Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, wie moderne Gewässerrenaturierung in der Praxis funktioniert, hat am Donnerstag, 18. Juni, Gelegenheit dazu: Die Biosphären-VHS St. Ingbert und die BUND Regionalgruppe Bliesgau laden gemeinsam zu einer Exkursion ins Spieser Mühlental ein.
Die Führung beginnt um 17 Uhr und dauert bis etwa 19 Uhr. Geleitet wird sie von Michael Boes, dem Standortleiter der Landschaftsagenturplus Saarland, die das Vorhaben gemeinsam mit der Gemeinde Spiesen-Elversberg umsetzt. Initiiert hat die Veranstaltung die BUND Regionalgruppe Bliesgau, die den Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in Ziele, Maßnahmen und Hintergründe des Renaturierungsprojekts ermöglichen will.
Im Kern geht es darum, die Talaue des Mühlenbachs ökologisch aufzuwerten und gleichzeitig den Hochwasserschutz in der Region zu verbessern. Beide Ziele greifen ineinander, denn ein naturnah gestaltetes Gewässer kann Wasser besser zurückhalten und Überschwemmungen abmildern. Darüber hinaus trägt das Projekt zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie bei, die einen guten ökologischen Zustand aller Gewässer in der EU zum Ziel hat. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Rückbau sogenannter Wanderbarrieren – also Hindernissen im Bachverlauf, die Fische und andere Wasserlebewesen an der freien Bewegung hindern. Wo es nötig ist, kommen ingenieurbiologische Methoden zum Einsatz, um Gewässersohle und Uferböschungen zu sichern, ohne auf rein technische Verbauungen zurückgreifen zu müssen.
Finanziert wird das Vorhaben über ein Modell, das in der Naturschutzpraxis zunehmend an Bedeutung gewinnt: Ökopunkte der Landschaftsagenturplus. Dieses System ermöglicht es, ökologische Aufwertungsmaßnahmen zu realisieren und dabei Kommunen finanziell zu entlasten. Für Gemeinden wie Spiesen-Elversberg eröffnet sich so die Möglichkeit, ambitionierte Umweltprojekte umzusetzen, die aus dem regulären Haushalt kaum zu stemmen wären.
Die Exkursion richtet sich an alle, die sich für Naturschutz, Gewässerentwicklung und die praktische Umsetzung solcher Großprojekte interessieren. Allerdings ist die Teilnehmerzahl aus naturschutzfachlichen Gründen begrenzt – eine vorherige Anmeldung ist deshalb zwingend erforderlich. Registrieren kann man sich direkt über die Webseite der VHS St. Ingbert unter www.vhs-igb.de/1.0438. Für Rückfragen steht Frank Ehrmantraut unter der Telefonnummer 06894 13-726 oder per E-Mail an vhs@st-ingbert.de zur Verfügung.




















