Bei der Verleihung der Pflegemedaille (v. l.): Ministerin Monika Bachmann, Bürgermeister Christian Prech, Gerhard Hollfelder, MdL Alexander Funck und Dr. Ulrike Zawar. - Foto: Manuale Kerber / Ministerium

Mit der „Pflegemedaille des Saarlandes“ hat die Landesregierung das ehrenamtlich geleistete Pflegeengagement von 24 Bürgerinnen und Bürgern aus dem Saarland gewürdigt. Als Dank und Anerkennung für ehrenamtliche Arbeit in der Pflege und Betreuung erhielten jüngst auch Gerhard Hollfelder und Günther Scheuer, beide wohnhaft in Oberbexbach, diese Auszeichnung im Theater am Ring in Saarlouis.

„Alle Vorgeschlagenen haben sich nicht nur um ihre Angehörigen verdient gemacht, alle haben ein wichtiges Signal gesetzt, indem sie familiäre Pflege sicherstellen und pflegebedürftigen Menschen den bevorzugten Verbleib in der vertrauten Umgebung ermöglichen. Pflege und Betreuung sind nicht zuletzt eine Herzenssache“, machte Sozialministerin Monika Bachmann deutlich.

Ganz sicher ist es auch für Gerhard Hollfelder und Günther Scheuer, die sich seit Jahren sehr intensiv um ihre pflegebedürftigen Ehefrauen kümmern, eine Herzensangelegenheit, sich diesen nicht alltäglichen Aufgaben anzunehmen, die dann irgendwann doch zum Alltag wurden.

Seit 2013 sorgt Gerhard Hollfelder, 82 Jahre, rund um die Uhr für seine Frau Barbara, deren Demenz-Erkrankung weit fortgeschritten ist. Einmal die Woche nimmt er eine hauswirtschaftliche Hilfe in Anspruch für Arbeiten, die er selbst nicht erledigen kann. „30 Jahre hat mir meine Frau bei all meinen Aktivitäten den Rücken gestärkt. Jetzt will und werde ich für sie da sein“, betonte Hollfelder.

Auch Günther Scheuer hat seit dem Schlaganfall seiner Frau Rosemarie im Jahr 2012 einen 24-Stunden-Job übernommen und verzichtet auf Aktivitäten, die er früher gerne und vor allem mit seiner Frau gemeinsam unternommen hatte. „Die Prioritäten haben sich notgedrungen verschoben. Ich bin sehr gerne voll und ganz für meine Frau da“, versicherte der 80-jährige Oberbexbacher. Für die Pflege seiner Frau am Morgen erhält er Unterstützung von der Ökumenischen Sozialstation.

Da Günther Scheuer nicht an der kleinen Feierstunde im Theater am Ring teilnehmen konnte, nahm der Bexbacher Bürgermeister Christian Prech die Pflegemedaille für ihn entgegen. „Für Ihre jahrelange Betreuung pflegebedürftiger Menschen und für Ihr unermüdliches Engagement in der Pflege erhalten Sie durch die Verleihung der Pflegemedaille eine würdige Anerkennung Ihrer geleisteten Arbeiten. Es ist nicht als selbstverständlich anzusehen, dass sich Menschen so aufopferungsvoll wie Sie um Ihre Mitmenschen kümmern. Dafür möchte ich Ihnen meinen herzlichsten Dank aussprechen“, wandte sich der Verwaltungschef an die beiden Familienväter.

Auch im Saarpfalz-Kreis nimmt das Thema Pflege einen wichtigen Stellenwert ein, nicht zuletzt über die notwendigen Angebote des Pflegestützpunktes, der im Geschäftsbereich Arbeit und Soziales angesiedelt ist. So war auch Dr. Ulrike Zawar, die diesen Geschäftsbereich leitet, bei der Zeremonie vor Ort. „Die Überreichung der Pflegemedaille des Saarlandes ist sicher ein sehr wichtiges Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung der großen Lebensleistung von Herrn Scheuer und Herrn Hollfelder, wohlwissend, dass sie kaum auszudrücken vermag, wie wertvoll der Einsatz der beiden Bürger für ihre Angehörigen und auch für unsere Gesellschaft insgesamt ist. Meine Hochachtung gilt ihnen und allen, die sich der Pflege von Familienmitgliedern zu Hause annehmen.“
Landrat Dr. Theophil Gallo konnte diesen Termin in Saarlouis bedauerlicherweise nicht wahrnehmen. „Das Thema Pflege wird uns in Zukunft auch in politischer Hinsicht verstärkt beschäftigen – beschäftigen müssen. Mein Respekt vor dem überragenden Engagement in der Pflege zu Hause ist ungebrochen groß und ich danke Gerhard Hollfelder und Günther Scheuer, natürlich auch den vielen anderen pflegenden Angehörigen im Saarpfalz-Kreis, für ihre Entscheidung, sich dieser Herausforderung ganz bewusst zu stellen“, konstatierte der Landrat.

Hintergrund Pflegemedaille:

Rund 20 000 pflegebedürftige Menschen werden im Saarland zu Hause betreut. Diese verantwortungsvolle Aufgabe, die Angehörige mit viel Liebe und Fürsorge oftmals rund um die Uhr ausüben, verdient gesamtgesellschaftliche Anerkennung ebenso wie Unterstützung beispielsweise dadurch, dass pflegende Angehörige ihre Arbeitszeiten auf die Erfordernisse der Pflege abstimmen können. Hierzu bietet das Gesetz zur Familienpflegezeit die Grundlage. Genauso wichtig ist allerdings, dass in der Berufswelt die in Familien geleistete Pflege von Angehörigen in gleicher Weise anerkannt wird wie die Erziehung von Kindern.

Um das Augenmerk noch stärker auf den Einsatz pflegender Angehöriger zu lenken, zeichnet die Landesregierung herausragendes, ehrenamtliches Engagement mit der Pflegemedaille aus. Es werden Personen ausgezeichnet, die ihren Wohnsitz im Saarland haben und die einen pflegebedürftigen, kranken oder behinderten Menschen im häuslichen Bereich unentgeltlich über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren gepflegt und betreut haben.

Vorschlagsberechtigt sind Kirchen und Religionsgemeinschaften, Verbände der freien Wohlfahrtspflege, (Ober-)Bürgermeister und Ortsvorsteher, die privaten Verbände der Alten- und Behindertenhilfe, der Landesseniorenbeirat, der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Selbsthilfegruppen, die Gemeinden und Kreise und jede natürliche Person.

 

 

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