Bild: Rosemarie Kappler.
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Erwartungsgemäß hat der Ortsrat Kleinottweiler einstimmig dem von der Stadtverwaltung ausgearbeiteten Dorfentwicklungsplan zugestimmt. Sofern der Stadtentwicklungsausschuss und der Stadtrat dem Konzept ebenfalls zustimmen, kann im nächsten Schritt eine Bebauungsplanänderung und ein Baukonzept auf den Weg gebracht werden. Auf deren Grundlage könnte dann in den kommenden Jahren Schritt für Schritt das von den Bürgern gewünschte Dorfgemeinschaftshaus an Stelle des jetzigen maroden Schulanbaus entstehen.

Die Bauverwaltung kalkuliert aktuell mit Baukosten in Höhe von 2,42 Millionen Euro und zusätzlichen 315.000 Euro für die Gestaltung des Außengeländes. Angesichts steigender Baukosten hat die Stadtverwaltung rund drei Millionen Euro im Blick. Ortsvorsteher Daniel Heintz (SPD) ließ vor der Abstimmung im Ortsrat noch einmal ausführlich die anstrengende und mit vielen Diskussionen gefüllte Zeit seit 2018 Revue passieren. Wert legte er auf die Feststellung, dass die Dorfentwicklung nicht erst jetzt mit dem zu beschließenden Plan beginnt, sondern dass sie schon vor vier Jahren mit ersten Bürgergesprächen, der Bildung von Arbeitsgemeinschaften, der Gründung eines Fördervereins und zahlreichen Gesprächs- und Abstimmungsrunden gestartet sei. „Einige Projekte sind bereits mit Fördermitteln und hohem bürgerlichen Engagement umgesetzt worden“, erinnerte er etwa an Maßnahmen im Bereich des Dorfbrunnens und an der Dreispitz.

Ein Schwerpunkt im Dorfentwicklungsplan sei das Dorfgemeinschaftszentrum. Dazu habe es zunächst Bürgerrunden darüber gegeben, wo künftig der Dorfmittelpunkt zu sehen sei. Zur Auswahl standen das ASV Sport- und Kulturheim, die Kirche und die Alte Schule, für die sich die Dorfgemeinschaft letztlich entschieden hatte und worüber es dann auch einen entsprechenden Ortsratsbeschluss gab. Danach wurde von Stadtplaner Helmut Hary ein Dorfentwicklungsplan erarbeitet, der das gewünschte Dorfgemeinschaftszentrum bereits beinhaltete und der – weil die Bürger sich auch eine Gastronomie wünschten – im Altbau der Schule eine gastronomische Möglichkeit und ein Fahrradhotel vorsah. Letzteres führte dann zu heftigen und kontroversen Debatten in der Bürgerschaft.

Wie in der jetzigen Ortsratssitzung Marco Bormann (SPD) ausführte, kam man erst wieder zur Sachlichkeit, als man die Themen Dorfgemeinschaftszentrum und Fahrradhotel voneinander trennte und beides einzeln betrachtete. Am Ende wurden für das mögliche Begegnungszentrum neue Ideen hinzugefügt, während man zunächst das Fahrradhotel in der Planung akzeptierte, zumal der Dorfentwicklungsplan nicht in Stein gemeiselt ist. Dies bestätigten aktuell im Ortsrat Helmut Hary, Fachbereichsleiter Thomas Schneider und Bürgermeister Christian Prech. Letzterer wies darauf hin, dass er von Anfang an den Dorfentwicklungsplan unterstützt habe.

Auch wenn nun die Signale auf grün geschaltet wurden, wird es noch eine Weile bis zur Umsetzung dauern. Eine Zeitspanne, in der sich auch der Ortsrat in Geduld üben muss. Hary rechnet mit gut einem halben Jahr bis ein zu beauftragender Architekt und Statiker die Vorarbeiten liefern können, auf deren Basis dann das weitere Vorgehen geplant werden kann. Besprochen hatten die Bürger schon, dass am Anfang der Neubau einer sanitären Anlage stehen soll. Erst dann könne es an den Abriss und den Neubau gehen. Hary wies darauf hin, dass man das Dorfgemeinschaftszentrum modular begreifen muss. Für jeden Schritt wird die Stadt geeignete Fördermittel finden müssen, und sie müsse zusehen, wie sie die notwendigen Eigenanteile finanzieren wird. Offenkundig wird das etwa beim Spielplatz.

Nicole Herrmann (SPD) machte deutlich, dass die Bürger die Beibehaltung der jetzigen Größe wünschen. Allerdings machte hier Hary deutlich, dass im Falle dessen es keine anderen Möglichkeiten der Eigenfinanzierung gebe, die Stadt angrenzende Baugrundstücke verkaufen müsse. Dann müsse konsequenterweise der Spielplatz verkleinert werden. Ebenso schrittweise wie das Dorfgemeinschaftszentrum muss auch der Dorfentwicklungsplan abgearbeitet werden. Änderungen sind jederzeit möglich, machte Thomas Schneider noch einmal im Hinblick auf die Dorfbrunnengestaltung klar. Dort bereits geflossene Fördermittel seien von der künftigen Weiterplanung nicht betroffen. Obwohl noch nicht vom Rat beschlossen, sah Horst Hilpert (SPD) bereits jetzt schon Änderungsbedarf. Dabei gehe es um redaktionelle Änderungen, etwa, weil Straßen falsch zugeordnet seien.

Weitere Themen der Sitzung: In der Birkenstraße werden nun nach und nach die Pflanzkästen abgebaut. Dies bereits in den kommenden Tagen im Bereich Dreispitz. Die Kästen sind zum Teil in schlechtem Zustand, zudem gibt es Probleme mit Enge und Parkraum. Im Dorfgemeinschaftsraum soll die Akustik und die Sonnenblend-Situation durch Vorhänge verbessert werden. Den seit langem von Michael Hennes (CDU) geforderten Austausch von Pflastersteinen im Neubaugebiet hat die Bauverwaltung auf dem Schirm. In Bälde stünden an einer Baustelle entsprechende Steine zur Verfügung, die dann zur Ausbesserung genutzt werden können. Zu Beginn der Ortsratssitzung war es Ortsvorsteher Heintz ein Bedürfnis, auf Anschuldigungen zu reagieren, denen zufolge er mit seiner Aussage, dass Kleinottweiler und Bexbach in Sachen Notzufahrt Zunderbaum kein Entscheidungsrecht haben, er allen in den Rücken falle, die sich seit Jahren gegen eine Öffnung aussprechen. Bürgermeister Prech bestätigte, dass die einzige Möglichkeit darin besteht, an die Entscheider die Haltung weiterzugeben, dass Bexbach gegen eine Öffnung und für den Bau der Anbindung Homburg-Ost sei. Beides hatte auch der Ortsrat in der Vergangenheit so vertreten.

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