Das CISDPA-Gebäude in St. Ingbert Foto: Stephanie Bremerich
Anzeige

Rund um das Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit CISPA wächst die Nervosität – und mit ihr die Sorge um den Ruf des saarländischen Wissenschaftsstandorts. St. Ingberts Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer verfolgt die jüngsten Entwicklungen nach eigenen Worten mit erheblichem Unbehagen und dringt auf eine rasche Aufklärung.

Hintergrund sind Vorwürfe rund um mögliche China-Kontakte, aus denen mittlerweile eine breit angelegte Compliance-Prüfung geworden ist. Für Meyer hat diese Entwicklung eine bedenkliche Eigendynamik entwickelt. „Es entsteht der Eindruck, dass man etwas finden will. Das schadet dem CISPA und dem Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Saarland“, erklärt der Oberbürgermeister.

Anzeige

Sein zentrales Argument dreht sich um ein Gut, das sich nur schwer beziffern, aber leicht beschädigen lässt: Vertrauen. Ohne dieses Fundament, so Meyer, gerieten Forschung, die Gewinnung von Fachkräften und Investitionen ins Wanken. „Wir brauchen jetzt schnell Klarheit. Vertrauen in den Standort ist ein entscheidender Faktor für Forschung, Fachkräfte und Investitionen. Dieses Vertrauen darf nicht verspielt werden“, betont er. Damit stehe letztlich auch der erfolgreiche Strukturwandel im Saarland auf dem Spiel.

Meyer nimmt deshalb Land und Bund gemeinsam in die Pflicht. Beide Ebenen müssten für eine zügige und transparente Aufklärung sorgen, statt die Angelegenheit weiter schwelen zu lassen. Parallel dazu gehe es darum, die Zukunft des Forschungszentrums abzusichern und nicht durch anhaltende Ungewissheit zu belasten.

Anzeige

Besonders kritisch bewertet der Oberbürgermeister die aktuelle personelle Lage. Das CISPA sei derzeit faktisch führungslos, seit Prof. Dr. Michael Backes nicht mehr an der Spitze steht. „Ohne Prof. Dr. Michael Backes fehlt eine zentrale Kraft, die das CISPA aufgebaut und international etabliert hat“, so Meyer. Backes gilt als treibende Figur hinter dem Aufstieg der Einrichtung zu einem international beachteten Zentrum der IT-Sicherheitsforschung.

Über die unmittelbare Krise hinaus richtet Meyer den Blick auf ein Vorhaben mit erheblicher strategischer Bedeutung: die geplante Ansiedlung eines KI-Sicherheitszentrums. Dieses Projekt dürfe durch die derzeitigen Turbulenzen nicht gefährdet werden. „Hier geht es um die Zukunft und erfolgreiche Etablierung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Saarland“, mahnt der Oberbürgermeister. Sein Appell ist unmissverständlich: Je länger die Unsicherheit andauert, desto größer der Schaden für eine Region, die sich mit Nachdruck als Zukunftsstandort positionieren will.

Anzeige
💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein