Nur gut jeder dritte 15-jährige Junge im Saarland ist vollständig gegen Humane Papillomviren geimpft – bei den gleichaltrigen Mädchen sind es gerade einmal 58 Prozent. Zahlen, die das saarländische Gesundheitsministerium zum Welt-HPV-Tag am 4. März veröffentlicht hat und die aus Sicht von Gesundheitsminister Magnus Jung deutlich zu niedrig liegen. „Alle Kinder und Jugendlichen, vor allem aber Jungen werden immer noch viel zu selten gegen HPV geimpft“, mahnte Jung. „Die Impfung ist wirksam, sicher und gut verträglich. Schützen Sie Ihre Kinder vor HPV und helfen Sie ihnen damit, Krebserkrankungen vorzubeugen – je früher, desto besser.“
HP-Viren zählen weltweit zu den verbreitetsten viralen Infektionen. Sie können bei Frauen Gebärmutterhalskrebs auslösen, bei Männern unter anderem Anal-, Penis- und Mund-Rachen-Krebs verursachen. Hinzu kommen Genitalwarzen, die beide Geschlechter betreffen. Trotz dieser Risiken hält sich in Teilen der Bevölkerung hartnäckig die Annahme, HPV sei ein reines Frauenthema. Genau mit diesem Missverständnis will das Ministerium aufräumen: Auch Jungen können sich infizieren, selbst erkranken und das Virus an andere weitergeben.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die HPV-Impfung seit 2018 ausdrücklich für Mädchen und Jungen gleichermaßen. Als ideales Zeitfenster gilt das Alter zwischen 9 und 14 Jahren, weil der Schutz dann am wirksamsten greift – nämlich vor dem ersten Sexualkontakt. Wissenschaftliche Studien belegen, dass eine hohe Impfquote bei beiden Geschlechtern die Viruszirkulation in der gesamten Bevölkerung erheblich senkt. Jede einzelne Impfung trägt also nicht nur zum individuellen Schutz bei, sondern wirkt sich positiv auf die Gemeinschaft aus.
Die Impfquoten im Saarland zeigen allerdings, dass dieses Angebot noch längst nicht ausreichend wahrgenommen wird. Gerade bei den Jungen klafft eine erhebliche Lücke: Mit 34 Prozent liegt ihre Quote fast um die Hälfte unter der ohnehin ausbaufähigen Rate der Mädchen. Das Ministerium appelliert deshalb gezielt an Eltern, ihre Söhne ebenso wie ihre Töchter rechtzeitig impfen zu lassen.
Wer die empfohlene Impfung im Kindesalter verpasst hat, kann sie bis zum Alter von 17 Jahren nachholen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten vollständig. Darüber hinaus bieten viele Kassen freiwillige Mehrleistungen an und tragen die Kosten auch für junge Erwachsene, die den Termin in der Jugend versäumt haben. Weiterführende Informationen zur HPV-Infektion und zur Impfung stellt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit unter www.liebesleben.de bereit.
Der Welt-HPV-Tag, der jedes Jahr am 4. März begangen wird, soll weltweit das Bewusstsein für die Gefahren einer HPV-Infektion stärken. Im Saarland nutzt das Gesundheitsministerium den Anlass, um eine klare Botschaft zu senden: Prävention durch Impfung bleibt der wirksamste Weg, um HPV-bedingte Krebserkrankungen zu verhindern – und dieser Weg steht Mädchen wie Jungen gleichermaßen offen.




















