Zum Jägersburger Strandfest gehört seit vielen Jahren nicht nur das Feiern rund um den Schlossweiher, sondern auch ein ruhigerer Programmpunkt in besonderer Umgebung: die Kunstausstellung in der Gustavsburg. Am Freitag wurde sie offiziell eröffnet – und schon der gute Besuch zeigte, dass dieses Format längst seinen festen Platz im Strandfest-Wochenende hat.

Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr der Künstler Eugen Baßmann, der in Jägersburg kein Unbekannter ist. Der Heimat-, Kultur- und Verkehrsverein Jägersburg hat die Ausstellung organisiert und damit erneut einen künstlerischen Akzent in das Festwochenende gesetzt. Oberbürgermeister Michael Forster brachte es bei der Eröffnung auf den Punkt: Die Qualität in Jägersburg liege auch darin, dass es auf der einen Seite das Strandfest mit Kulinarik, Musik und Schlossweiher gebe – und auf der anderen Seite immer wieder künstlerische Akzente, die zum Innehalten einladen.

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Auch Ortsvorsteher Philip Vollmar hob die Bedeutung der Gustavsburg hervor. Die Burg mit ihrem Ambiente sei ein Aushängeschild für Jägersburg und für Veranstaltungen dieser Art. Zugleich dankte er der Stadt, die die Räume für die Ausstellung zur Verfügung stellt. Ohne dieses Engagement, so machte Vollmar deutlich, wäre vieles in dieser Form nicht möglich.

Dass die Gustavsburg dabei selbst ein Thema bleibt, klang ebenfalls an. Forster verwies auf laufende und geplante Sanierungen. Besonders der Einbau eines Aufzugs sei wichtig, damit der schöne Saal künftig barrierefrei erreichbar werde. Noch sei man dabei nicht so weit, wie man gerne wäre, sagte der Oberbürgermeister sinngemäß. Bei einem denkmalgeschützten Gebäude müssten viele Dinge beachtet werden. Das Ziel aber bleibe klar: Die Gustavsburg soll weiter aufgewertet und besser nutzbar werden.

Die Laudatio auf Eugen Baßmann hielt Brigitte Quack. Sie machte deutlich, dass der Künstler immer wieder für Abwechslung sorgt und in dieser Ausstellung vor allem abstrakte Arbeiten zeigt. Baßmann, der ursprünglich aus der früheren Sowjetunion stammt und 1991 nach Deutschland kam, hat sich in seinem künstlerischen Leben intensiv mit Malerei, Metall und Glas beschäftigt. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen klarer Komposition, persönlichen Erinnerungen und Themen, die weit über reine Dekoration hinausgehen.

Ein Beispiel dafür ist eine Arbeit aus Stahl, die Quack als filigran und zugleich schwierig beschrieb. Für Baßmann symbolisiere sie einen Lebensweg. Überhaupt gehe es in vielen seiner Werke um das menschliche Leben, um Wege, Erfahrungen und Brüche. Auch aktuelle Themen finden Eingang in seine Kunst: Ein Werk greift die Ukraine auf, in den Farben Blau und Gelb, dunkel und traurig in der Wirkung.

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Daneben zeigt die Ausstellung abstrakte Gemälde, in denen Natur, Licht, Wasser, Himmel und Bewegung anklingen, ohne konkrete Orte abzubilden. Quack beschrieb Baßmanns Arbeitsweise als genau geplant: Er arbeite mit Skizzen, Erinnerungen und Eindrücken, die später in Farbe übersetzt würden. Ziel sei ein durchkomponiertes Ganzes, in dem menschliches Erleben sichtbar werde.

Neben den Gemälden sind auch Glasobjekte zu sehen. Dabei arbeitet Baßmann mit vorhandenen Glasfragmenten, die er neu zusammensetzt. Trotz Größe und Materialschwere entstehe so oft ein Eindruck von Leichtigkeit. Auch darin spiegelt sich ein Thema, das die Ausstellung durchzieht: Aus Bruchstücken, Erinnerungen und Material entstehen neue Formen.

Die Eröffnung zeigte damit einmal mehr, warum die Kunstausstellung so gut zum Strandfest passt. Draußen beginnt das Fest mit Musik, Ständen und Betrieb rund um den Schlossweiher. Drinnen in der Gustavsburg gibt es einen anderen Rhythmus: Kunst, Gespräche, Blicke auf Details. Gerade diese Mischung macht das Wochenende in Jägersburg aus.

Alle Bilder: Friedel Simon

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