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„Aus vorübergehend 4 Wochen wurden 28 Jahre“. Mit diesem Zitat, dass aus vier Wochen 28 Jahre wurden, blickt Heinz Ebersold auf eine im Bistum Speyer wohl äußerst seltene, fast 3 Jahrzehnte dauernde Sakristantätigkeit zurück. Als ihn Pfr. Groß 1994 bat, vorübergehend den Küsterdienst in St Martin zu übernehmen, dachte er nicht daran, dass daraus fast 30 Jahre werden sollten. Und diese waren von einer bis auf den heutigen Tag geprägten Freude an der Arbeit gekennzeichnet.

„Ich habe mich täglich auf meinen Dienst gefreut und habe ihn sehr gerne ausgeführt. Ich hatte in dieser Zeit viele schöne Erlebnisse und Begegnungen, auf die ich nicht verzichten möchte“, so der Küster, der durch seine vielfältigen Aktivitäten einzigartige Spuren in der Pfarrei St. Martin hinterlässt.“ Was mir am meisten Spaß gemacht hat, waren die Begegnungen mit meinen Messdienern. Das war mein Leben.“ 60 Messdiener/innen waren es früher, für die er Freund, Ratgeber und Seelsorger zugleich war. Aber auch das Verhältnis zu seinen Vorgesetzten, insgesamt 3 Pfarrern und 14 Kaplänen, war völlig unkompliziert. „Zu allen hatte ich ein hervorragendes Verhältnis, auch zu den Gemeinde- und Pastoralreferenten. Manche von ihnen schreiben mir auch heute hoch.“ Spaß und Freude machten ihm aber nicht nur die Arbeit in und um die Kirche, sondern vor allem der Kontakt und die Gespräche mit den vielen Menschen, denen er dabei begegnete. Stets war er gut gelaunt und kommunikativ und für alle – nicht nur für Kirchenmitglieder und –besucher – ein gern gefragter Gesprächspartner. „Heinz, was gibt’s Neues in der Kirche?“ wurde er oft gefragt und er gab bereitwillig Auskunft, soweit er sie geben konnte und durfte. Er war für viele Bexbacher schlechthin die Identifikationmit der kath. Kirche und daher ein Brückenbauer zwischen Kirche und Kommune.

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Mit seinem blauen Arbeitsanzug und seinem Markenzeichen, der Zigarre, war er ein nicht zu übersehendes und positives Aushängeschild der Pfarrei. „Es gab kein Nein“ zu seinen schier unendlichen Sakristanarbeiten: Die Vor- und Nachbereitungen des liturgischen Dienstes, die vielfältigen Arbeiten anlässlich der Sonn- und Feiertage sowie der Sakramentenspendung – „Wir hatten mal 32 Hochzeiten im Jahr“ -, die besonderen Ereignisse wie Konzerte und Aufführungen, Reinigungsarbeiten um die Kirche, Gartenarbeiten, Glockenwartungen, Kerzen- und sonstige Bestellungen u.v.m. Es war teilweise ein Full-time-Job, der ihm jedoch nie über den Kopf gewachsen ist. Hinzu kamen noch die Mitgliedschaft im Pfarrgemeinderat, in der Männerschola und 15 Jahre lang die „Boten-Verantwortung“ für den Gemeindebrief „Miteinander unterwegs“. Besonders lag ihm der Kirchenchor St. Cäcilia am Herzen, dessen Mitglied er seit 68 Jahren und dessen Notenwart er seit 65 Jahren ist. Kirche, insbesondere die Pfarrei St. Martin, ist für ihn geradezu Lebenssinn geworden, er hat sie quasi ‚gelebt‘ und war ihre ‚gute Seele‘. Wegen seines herausragenden kirchlichen Engagements bekam “de Heinz”, wie ihn die Bexbacher/innen liebevoll nennen, 2016 die Pirminiusplakette des Bistums Speyer.

All diese Arbeiten hätte er so lange nicht verrichten können, wenn ihn seine Ehefrau nicht bestärkt und unterstützt hätte: „Ohne‘s Gretel hätte ich das alles nicht machen können. Sie hat zusätzlich den Blumenschmuck übernommen, war für die Gewänder der Geistlichen und Messdiener zuständig sowie die Altarwäsche.“ Ohne familiäre Entbehrungen liefen all diese Tätigkeiten indes nicht ab: „Während die andern in Urlaub waren, waren wir in der Kirche.“

Am meisten werde er wohl – und das ist nicht verwunderlich – die Menschen und die vielen Gespräche mit ihnen vermissen. „Selbst zuhause am Telefon wurde ich oft noch abends angerufen und habe Auskunft gegeben.“

Auf die Frage, was er sich von der Kirchengemeinde künftig wünscht, kommt spontan die Antwort: „Der Kirchenchor muss neu belebt werden, er muss weiterbestehen.“ Aber auch die festliche Gestaltung der Feiertage wie Fronleichnam mit Fahnen in der Kirche und auf dem Kirchenvorplatz sowie dem „Himmel in der Kirche“ wünscht er sich zurück: „65 Fahnen hatten wir mal um die Kirche gestellt.“ Sicherlich darf ein 85-Jähriger den Sakristandienst verdientermaßen verlassen, vermissen wird ihn die Pfarrei jedoch noch lange und recht schmerzlich. Er wird fehlen, wenn der Kirchenvorplatz und die Kirche ‚leer‘ bleiben.

Vermissen werden seine Mitmenschen aber sicherlich auch den Geruch seiner Zigarren.

Die Pfarrei St. Martin verliert mit Heinz Ebersold ein aktives, vielseitig praktizierendes Mitglied, das durch seine Freundlichkeit, Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft ein ausgesprochen engagierter und beliebter Botschafter christlichen Handelns ist.

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Sie dankt ihm ganz aufrichtig für die jahrzehntelange Sakristantätigkeit, wünscht ihm von Herzen, dass er für die nächsten Jahre Zeit für sich selbst und die Familie findet und dass sich seine Gesundheit wieder stabilisiert. Gottes Segen möge ihn, seine Ehefrau Gretel und die Familie auf dem weiteren Lebensweg begleiten.

Verabschiedet wird Sakristan Heinz Ebersold am Sonntag, 20. März, um 10 Uhr im Gemeindegottesdienst in der Kirche St. Martin in Bexbach.

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