Symbolbild

Erneuerbare Energien sind derzeit in aller Munde, große Hoffnungen liegen auch auf Wasserstoff als Energieträger der Zukunft. Um dessen Potentiale auch für Homburg zu nutzen, hat man von Seiten der Stadt vor rund einem Jahr eine Wasserstoff-Strategie formuliert. Ein Zwischenbericht zeigt: Das Thema voranzutreiben, ist gar nicht so einfach.

Als im Mai vergangenen Jahres der Wasserstoff-Beauftragte der Bundesregierung, Dr. Stefan Kaufmann, dem Homburger Industriegebiet-Ost einen Besuch abstattete, war klar: Bei der Stadt sieht man in diesem Energieträger echte Potentiale für die Zukunft. Nicht umsonst erklärte man damals, eine Wasserstoff-Tankstelle im Industriegebiet bauen zu wollen. Das Kernstück einer Wasserstoff-Strategie, die Homburg als Zukunftsstandort attraktiv machen soll.

Schon damals war den Verantwortlichen klar, dass es Geduld und vor allem viel Unterstützung braucht, um ein solches Vorhaben in die Tat umzusetzen. Das wurde nun auch bei einer Präsentation im städtischen Haupt- und Finanzausschuss deutlich. Denn einstweilen heißt es weiterhin: abwarten.

Das bedeutet jedoch nicht, dass in den vergangenen zwölf Monaten nichts vorangetrieben wurde. Vielmehr ist es so, dass die klamme Stadt bei den verschiedenen Projektbestandteilen von der Unterstützung von Bund und Land abhängig ist. So ging es in der Sitzung immer wieder um Förderanträge, die entweder abgeschickt sind – oder bereits negativ beschieden wurden. So wie der Antrag zu einem Transformations-Hub zu Brennstoffzellensystemen. Ein solches Kompetenzzentrum hätte unter anderem Mittelständler beim Umstieg auf Wasserstoff unterstützen können. Daraus wurde jedoch nichts, den Zuschlag erhielt ein Bewerber aus Sachsen.

Bild: Stadt Homburg

Das zeigt, dass die Konkurrenz bei diesem Thema durchaus groß ist. Ähnliches gilt auch beim Thema Wasserstoff-Tankstelle, wie Verantwortliche für die Wasserstoff-Strategie, Thomas Gönner, ausführte. „Da haben wir schon sehr früh den Hinweis bekommen, dass sehr viele Förderangebote eingegangen sind.“ Kein Wunder, schließlich fördert das entsprechende Programm den Bau einer Wasserstoff-Tankstelle mit bis zu 80%. Geld, auf das die Stadt angewiesen ist, um eine solche Tankstelle in Betrieb nehmen zu können.

Diese soll sowohl LKW, PKW als auch Fahrzeuge der Stadt mit grünem Wasserstoff versorgen. So ist zum Beispiel auf Sicht geplant, die Fahrzeuge des Baubetriebshofs sowie der Stadtwerke auf die Brennstoffzelle umzustellen. Auch Busse des öffentlichen Nahverkehrs sollen an der Tankstelle Wasserstoff tanken. Dieser wird jedoch nicht über einen eigens errichteten Elektrolyseur produziert, wie ursprünglich geplant. Stattdessen könnte der Energieträger könnte von einem Anbieter aus dem pfälzischen Landau kommen, mit dem bereits Gespräche geführt worden seien, wie Gönner verriet. „Beim Angebot dieser Firma würde der Preis mit steigendem Verbrauch über die Jahre reduziert.“ So sei es möglich, später tatsächlich schwarze Zahlen zu schreiben. Das aber natürlich nur, wenn der entsprechende Förderantrag der Stadt bewilligt wird.

Bild: Dr. Groß, IZES GmbH

Das steht ebenso noch in den Sternen, wie der Aufbau eines Kompetenzzentrums „Zukunft der Mobilität“ in Homburg. Der entsprechende Antrag ist zwar weitgehend fertig, doch der Regierungswechsel im Saarland hat den Prozess ins Stocken gebracht. „Der Antrag wird jetzt noch einmal im Wirtschaftsministerium vorgestellt, ob wir da weiterkommen wissen wir aber noch nicht“, erklärt Gönner. Vieles rund um die Wasserstoff-Strategie bleibt also weiter im Unklaren. Und so heißt ist bis auf Weiteres Warten angesagt.

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