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Wer heute Abend nichts vorhat, sollte auf den Homburger Universitätscampus fahren. Ab 16 Uhr öffnet das Universitätsklinikum des Saarlandes seine Türen für die Lange Nacht der Wissenschaften – mit über 60 Angeboten, die sich über den gesamten Campus verteilen und die man so schnell nicht alle schafft. Das ist kein Nachteil. Es ist der Grund, warum viele immer wieder kommen.

Seit 2005 ist die LNW auf dem Homburger Campus fester Bestandteil des Veranstaltungsjahres. Was dahintersteckt, ist eigentlich simpel: Kliniken, Institute und Forschungsbereiche, die sonst hinter Türen verschwinden, öffnen sie – und erklären, was dort passiert. Führungen, Mitmachangebote, Vorträge, Vorführungen. Für Kinder, für Jugendliche, für Erwachsene, für alle, die neugierig genug sind hinzugehen. Zentrum des Abends ist das Hörsaalgebäude (Gebäude 35), wo auch ein Infopoint wartet. Wer mit dem Auto kommt: Das Parkhaus ist ab 14 Uhr kostenlos.

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Im Hörsaalgebäude geht es bereits ab 16 Uhr los – und gleich mit einem der beeindruckendsten Angebote des Abends: dem begehbaren Organmodell des Herzens. Nicht als Grafik, nicht als Folie – sondern zum Hineingehen. Wer danach noch wissen will, wie Narkose funktioniert, was Kunstherzen leisten, wie Hauttumore unter dem 3D-Modell aussehen oder was Placebo-Forschung eigentlich bedeutet, wird ebenfalls fündig. Ab 18 Uhr zeigt die Molekularküche, wie man mit flüssigem Stickstoff Eis herstellt – Wissenschaft, die schmeckt.

Für Kinder ist der Abend ohnehin ein eigenes Programm wert: Wundenschminken, Mini-Teddyklinik, Monsterjagd, Kinder als Krankenzimmerdesigner, Gummibärchen-Thrombektomie und – ein echter Klassiker – „Rettet die Banane“, bei dem medizinisches Nähen am Objekt erprobt wird. Unterarmgips gibt es ab 17 Uhr, und wer die Farben des Regenbogens lieber pipettiert als malt, ist in der richtigen Veranstaltung.

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Wer sich über das Hörsaalgebäude hinaustraut, dem öffnen sich weitere Welten. In der Urologie (Geb. 6) kann man ab 16 Uhr selbst Hand anlegen beim DaVinci-Roboter. In der Augenklinik (Geb. 22) läuft ab 16:30 Uhr eine Live-Keratoplastik am Schweineauge. In der Chirurgie (Geb. 57) dreht sich alles um robotische Eingriffe. Die Virologie (Geb. 47) lädt ein, das Institut kennenzulernen – und klärt unter dem Titel „Mit Sicherheit Verliebt Homburg“ auf Augenhöhe über sexuelle Gesundheit auf.

Roboter, Röntgen, Viren und ein Navi fürs Gehirn

Im IMED (Geb. 41) geht es ab 16 Uhr um Organspende, Dialyseverfahren und das Vermächtnis von Wilhelm Conrad Röntgen, ab 17 Uhr um personalisierte Krebsmedizin im José-Carreras-Zentrum und um seltene Erkrankungen. Die Neurologie (Geb. 90) schließlich erklärt, wie Magnetfelder Bilder im Kopf erzeugen, wie der Carotis-Ultraschall funktioniert und – ab 19:30 Uhr – was Rehabilitation nach einem Schlaganfall wirklich bedeutet. Die Neurochirurgie zeigt ab 18 Uhr, wie man per Navigation durchs Gehirn navigiert und an einer Paprika operiert.

Das Highlight um 19 Uhr: Ein Truck, der ins Pflegeheim fährt

Der vielleicht spannendste Programmpunkt des Abends steht draußen – buchstäblich. Um 19 Uhr wird im Außenbereich des Hörsaalgebäudes die neue Mobile Geriatrie Unit des DIKOM-Projekts erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Hinter dem Namen steckt ein Konzept, das bundesweit einmalig ist: Ein speziell ausgestatteter Truck fährt direkt zum Pflegeheim und bringt klinische Diagnostikqualität dorthin, wo sie gebraucht wird – ohne dass ältere oder wenig mobile Patienten aufwendig transportiert werden müssen.

Gebaut wurde das Fahrzeug vom Homburger Unternehmen A6 Jung. An Bord: Computertomograph, Röntgen, Ultraschall, EEG, EKG, Labor. Die erhobenen Daten werden digital und geschützt an Spezialisten aus Radiologie, Neurologie, Innerer Medizin und Orthopädie übermittelt. Für das Projekt haben Universität des Saarlandes und UKS gemeinsam mit Partnern mehr als acht Millionen Euro Förderung vom Gemeinsamen Bundesausschuss erhalten. Was heute Abend als Präsentation auf dem Campus-Vorplatz beginnt, könnte für die Gesundheitsversorgung im Saarland – und darüber hinaus – ein ernsthafter Richtungswechsel sein.

Und danach?

Auf der Festwiese vor dem Hörsaalgebäude sorgen Essens- und Getränkestände und ein musikalisches Programm dafür, dass der Abend auch zwischen den Stationen Spaß macht. Wer nach 22 Uhr noch nicht genug hat: Die Aftershowparty auf dem alten Hubschrauberlandeplatz startet ab 21:30 Uhr.

Das vollständige Programm gibt es in der UdS-App sowie unter www.uks.eu/langenacht.

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