Foto: Julie Jager
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Mit 10.000 Euro dotiert, in zwei aufeinanderfolgenden Jahren erstmals doppelt vergeben und an eine Nachwuchsforscherin verliehen, die der Krebsbekämpfung neue Türen öffnen könnte: Der 24. Wissenschaftspreis der Kreis- und Universitätsstadt Homburg ging am Montagabend an Dr. Nadia Alawar. Im Rathaus überreichte der Hauptamtliche Beigeordnete Philipp Scheidweiler die Auszeichnung und eröffnete damit zugleich die 63. Homburger Hochschulwoche.

Dass die Ehrung in diesem Jahr eine Premiere markiert, hat einen handfesten Hintergrund. Per Stadtratsbeschluss wird der Preis seit 2025 jährlich vergeben – zuvor war ein längerer Turnus üblich. „Mit dem Stadtratsbeschluss, den Wissenschaftspreis nun jährlich zu verleihen, haben wir als Stadt Homburg ein deutliches Signal gesetzt“, erklärte Scheidweiler. So unterstreiche Homburg noch deutlicher seine Verbundenheit mit dem Universitätsklinikum und die Wertschätzung für die Forschungsleistungen an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes.

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Die Geehrte hat ihren Weg von Beirut nach Homburg gefunden. Im Alter von 21 Jahren kam Nadia Alawar aus dem Libanon an die Saar, nachdem sie an der Libanesischen Universität Abschlüsse in Lebenswissenschaften und Molekularbiologie erworben hatte. Zwischen 2020 und 2024 promovierte sie am Centrum für Integrative Physiologie und Molekulare Medizin (CIPMM) – mit Bestnote „summa cum laude“. Heute forscht sie als Postdoktorandin weiter an der Medizinischen Fakultät. „Meine Promotion habe ich letztes Jahr abgeschlossen, aber meine Verbindung zu Homburg nicht“, sagte sie sichtlich bewegt. „Denn hier habe ich nicht nur einen wunderbaren Ort für Forschung gefunden, sondern auch ein Stück Heimat und ein sehr herzliches Umfeld.“

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Worum es in ihrer ausgezeichneten Arbeit geht, erläuterte der Kuratoriumsvorsitzende Prof. Dr. Markus Hoth. Aus neun eingereichten Arbeiten hatte das Gremium die Dissertation Alawars ausgewählt. Sie konnte zeigen, dass bestimmte Immunzellen Krebszellen nicht ausschließlich im direkten Kontakt bekämpfen, sondern auch über größere Distanzen hinweg. Dazu schicken sie winzige Bläschen, sogenannte Exosomen, auf die Reise, die gezielt Tumorzellen attackieren und deren Zelltod auslösen. Veröffentlicht wurden die Erkenntnisse bereits in einem renommierten internationalen Fachjournal – mit dem Potenzial, künftige Krebstherapien zu beeinflussen.

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Im weiteren Verlauf des Abends rückte die Hochschulwoche selbst in den Mittelpunkt. Scheidweiler bezeichnete das UKS als „Glücksfall für Homburg“: größter Arbeitgeber, Gesundheitsversorger, Wissenschaftsstandort und Innovationstreiber zugleich. Formate wie die Teddy-Klinik, Patientenseminare oder die „Lange Nacht der Wissenschaften“ verankerten die Klinik tief im Bewusstsein der Bevölkerung. Auch Silvia Debold, Leiterin der Volkshochschule, und Dekan Prof. Dr. Matthias Hannig richteten Grußworte an die Gäste. Hannig dankte der Stadt ausdrücklich für die langjährige Zusammenarbeit und wertete die jährliche Preisvergabe als wichtiges Zeichen für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

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Den fachlichen Höhepunkt setzte Prof. Dr. Thorsten Keßler, Direktor der Klinik für Innere Medizin III. Sein Festvortrag „Genetische Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Ist unser Schicksal vorherbestimmt?“ führte das Publikum in aktuelle Debatten der Kardiologie und in die Frage, wie stark die Gene über das Herzinfarktrisiko mitentscheiden. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Mitgliedern der Uni-Bigband Homburg, bevor sich die Gäste beim Umtrunk auf das weitere Programm der Hochschulwoche einstimmten, die traditionell mit der „Langen Nacht der Wissenschaften“ ihren Abschluss findet.

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Der Wissenschaftspreis selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück: Erstmals 1981 verliehen, würdigt er herausragende Arbeiten junger Forscherinnen und Forscher der Medizinischen Fakultät. Mit der Richtlinienänderung von 2025 und der nun jährlichen Vergabe wird aus einer Tradition ein dauerhaftes Bekenntnis – zur Wissenschaft, zum Standort und zu jenen, die wie Nadia Alawar die nächsten Kapitel der medizinischen Forschung in Homburg schreiben.

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